22.07.2026

Arbeitsrecht, Meldung

Zwei Drittel sind im Urlaub erreichbar

Aktuelle Zahlen zeigen, dass eine ungestörte Erholung für viele Berufstätige noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. 66% sind weiterhin für Kollegen, Vorgesetzte oder Kunden erreichbar, allerdings häufig nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil es von ihnen erwartet wird.

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E-Mails am Pool, Telefonat im Hotel, SMS am Strand – Urlaub bedeutet für die meisten eine Auszeit mit Einschränkung, denn eine Mehrheit bleibt trotzdem dienstlich ansprechbar. Zwei Drittel (66%) der Berufstätigen, die in diesem Jahr einen Sommerurlaub machen, sind währenddessen beruflich erreichbar. Damit hält sich das Niveau der Vorjahre (2025: 67%; 2024: 66%). Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren, davon 358 Berufstätige, die dieses Jahr in den Sommerurlaub fahren. 

Diensthandy statt Auszeit

Dabei sind es vor allem Kurznachrichten und Anrufe, auf die Berufstätige im Urlaub reagieren: 62% sind per Kurznachricht wie SMS bzw. via Messengerdienste wie WhatsApp zu erreichen, 61% reagieren auf Anrufe. 22% sind per E-Mail ansprechbar, 14% nehmen Videocalls wahr. 7% lassen sich über Kollaborationstools wie Microsoft Teams oder Slack kontaktieren. „Möglichkeiten zum zeit- und ortsflexiblen Arbeiten dürfen nicht dazu führen, dass Beschäftigte das Gefühl haben, auch im Urlaub ständig verfügbar sein zu müssen. Wer sich wirklich erholen kann, lebt nicht nur gesünder, er arbeitet auch produktiver“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Abschalten fällt vielen Beschäftigten schwer

Wer trotz Urlaub erreichbar ist, will damit meist der Erwartung anderer gerecht werden: Rund die Hälfte (53%) derjenigen, die im Urlaub beruflich erreichbar sind, sagen, ihre Kolleginnen und Kollegen erwarten es von ihnen, gefolgt von der Erwartung von Vorgesetzten (47%). Rund ein Drittel (34%) meint, Kundinnen und Kunden erwarteten Erreichbarkeit, 16% sagen dies von ihren Geschäftspartnerinnen und -partnern. 15% sehen sich durch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verpflichtet. 16% geben an, aus eigenem Antrieb im Urlaub für berufliche Anliegen erreichbar zu sein. Rohleder: „Vertretungslösungen sollten rechtzeitig organisiert und Erwartungen transparent kommuniziert werden. Regeln zur Erreichbarkeit für den Fall der Fälle schaffen Klarheit für alle Beteiligten. Ziel sollte immer sein, dass man eine solche Notlösung überhaupt nicht erst in Anspruch nehmen muss.“


Bitkom vom 22.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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