• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Zur Umsatzsteuer bei privaten Arbeitsvermittlern

13.10.2015

Meldung, Steuerrecht

Zur Umsatzsteuer bei privaten Arbeitsvermittlern

Beitrag mit Bild

Arbeitsvermittlung – Umsatzsteuerpflicht oder Umsatzsteuerbefreiung? Manche Fälle sind gerade im Hinblick auf EU-Recht schwer zu beurteilen.

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass eine private Arbeitsvermittlerin Vermittlungsleistungen gegenüber Arbeitsuchenden mit einem so genannten Vermittlungsgutschein umsatzsteuerfrei erbringen kann.

In dem Fall war eine private Arbeitsvermittlerin für Arbeitsuchende mit einem Vermittlungsgutschein nach § 421g SGB III tätig und erhielt ihr Honorar aufgrund der Vermittlungsgutscheine unmittelbar von der Bundesagentur für Arbeit. Das Finanzamt behandelte die Vermittlungsleistungen als umsatzsteuerpflichtig. Die Arbeitsvermittlerin sei nicht als Einrichtung mit sozialem Charakter im Sinne der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG anerkannt; dies sei aber Voraussetzung für eine Steuerbefreiung.

Erfolg vor dem BFH

Der BFH stellte mit Urteil XI R 35/13 vom 29.07.2015 klar, dass die Arbeitsvermittlerin sich unmittelbar auf das Unionsrecht berufen kann. Sie erbringt Leistungen im Sinne der Sechsten Richtlinie 77/388/EWG und sei auch als sonstige Einrichtung mit sozialem Charakter i. S. dieser Bestimmung anerkannt. Dies ergebe sich in den Streitjahren 2004-2006, in denen die private Arbeitsvermittlung ohne eine Erlaubnis zulässig war, aus der sich aus dem SGB III ergebenden Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur.

Rechtliche Klarheit erst seit 2015

Offengelassen hat der BFH, ob dieses Ergebnis auch für die Zeit ab dem 1. April 2012 gilt. Seitdem bedürfen auch private Arbeitsvermittler (wieder) einer Zulassung (§ 176 SGB III). Eine Steuerbefreiung auf nationaler Ebene wurde für Leistungen nach dem SGB III erst mit Wirkung vom 1. Januar 2015 in § 4 Nr. 15b des Umsatzsteuergesetzes eingeführt.

(BFH / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Steuerboard

Dmytro Shyshkin


27.10.2026

Carried Interest bei Private-Equity-Fonds unterliegt nicht der Umsatzsteuer

Mit Urteil vom 07.05.2026 (5 K 100/25) hat das FG Niedersachsen entschieden, dass weder ein kapitaldisproportionaler Carried Interest, der erst nach Rückzahlung des eingezahlten Kapitals und Erreichen einer Mindestrendite entsteht, noch der kapitalproportionale Anteil am verbleibenden Liquidationserlös der Umsatzsteuer unterliegen.

weiterlesen
Carried Interest bei Private-Equity-Fonds unterliegt nicht der Umsatzsteuer

Meldung

©gguy/fotolia.com


27.10.2026

Cum-Ex-Geschäfte: Bank muss Millionen an Hinterziehungszinsen zahlen

Cum-Ex-Geschäfte können auch Jahre später zu erheblichen Hinterziehungszinsen führen, wie das Finanzgericht Hamburg klargestellt hat.

weiterlesen
Cum-Ex-Geschäfte: Bank muss Millionen an Hinterziehungszinsen zahlen

Meldung

©BachoFoto/fotolia.com


27.10.2026

Entgelttransparenz: Unternehmen erwarten steigende Lohnkosten

Die neuen Entgelttransparenzregeln erhöhen den Handlungsdruck auf Arbeitgeber und können erhebliche Kosten und Konflikte verursachen.

weiterlesen
Entgelttransparenz: Unternehmen erwarten steigende Lohnkosten
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht