20.10.2015

Meldung, Wirtschaftsrecht

Zur Nichtigkeit eines Anwaltsvertrags

Beitrag mit Bild

Ein Anwaltsvertrag ist nichtig, wenn ein nicht als Rechtsanwalt zugelassener Assessor das Verfahren ohne Kontrolle eines zugelassenen Rechtsanwalts führt.

Ein Rechtsanwalt hat keinen Anspruch auf Vergütung, wenn ein nicht als Rechtsanwalt zugelassener Assessor das Mandat ohne Kontrolle eines zugelassenen Rechtsanwalts führt. Dies hat das Landgericht Trier entschieden.

In dem entschiedenen Fall beschäftigte ein zugelassener Rechtsanwalt in seiner Kanzlei einen früher selbst als Rechtsanwalt zugelassenen Juristen (Assessor), der seine Zulassung verloren hat. Eine Frau beauftragte den Rechtsanwalt mit der Vertretung in einem Scheidungsverfahren. Dieses wurde zumindest teilweise durch den Juristen bearbeitet. Er führte die Gespräche mit der Frau, erarbeitete die Schriftsätze und unterschrieb einen davon. Der Rechtsanwalt unterschrieb dagegen nur die restlichen Schriftsätze und trat in einer mündlichen Verhandlung auf; schließlich begehrte er die Zahlung seines Honorars.

Assessor arbeitete selbstständig

Das LG Trier wies die Klage wegen eines Verstoßes gegen § 3 Rechtsdienstleistungsgesetz mit Urteil 5 O 259/14 vom 09.09.2015 ab. Das Gericht sah es als bewiesen an, dass der Jurist selbstständig Rechtsdienstleistungen ohne Kontrolle durch den zugelassenen Rechtsanwalt erbrachte, ohne eine Erlaubnis zu besitzen. Insofern seien seine Tätigkeiten nicht in die Arbeit eines Rechtsanwalts eingeflossen, sondern hätten diese ersetzt. Es habe auch keine wirksame Kontrolle über den von ihm verfassten Schriftverkehr gegeben.

(LG Trier / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Meldung

saiarlawka/123rf.com


11.09.2026

GAA setzt auf vernetzte Unternehmensberichterstattung

Finanz- und Nachhaltigkeitsinformationen sollten künftig gemeinsam gedacht, gesteuert und konsistent nach außen berichtet werden.

weiterlesen
GAA setzt auf vernetzte Unternehmensberichterstattung

Meldung

© bluedesign / fotolia.com


11.09.2026

EU Inc.: Deutschland warnt vor Flucht aus Mitbestimmung und Insolvenzrecht

Deutschland unterstützt die EU Inc., will aber Mitbestimmung, Gläubigerschutz und nationales Insolvenzrecht sichern.

weiterlesen
EU Inc.: Deutschland warnt vor Flucht aus Mitbestimmung und Insolvenzrecht

Meldung

© DOC RABE Media/fotolia.com


10.09.2026

Public Procurement Act: EU-Vergaberecht vor dem Systemwechsel

Die EU-Kommission schlägt ein einheitliches, digitaleres und flexibleres Vergaberecht vor, das Bürokratie abbauen und Wettbewerb fördern soll.

weiterlesen
Public Procurement Act: EU-Vergaberecht vor dem Systemwechsel
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht