• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Zum Abzug der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe

11.11.2015

Meldung, Steuerrecht

Zum Abzug der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe

Beitrag mit Bild

Die Klage von ehemaligen Gesellschaftern einer Personengesellschaft blieb ohne Erfolg.

Das Verbot, die Gewerbesteuerlast bei der Ermittlung des Gewinns einer Personengesellschaft zu berücksichtigen, ist verfassungsgemäß. Dies hat der BFH in einem aktuellen Urteil klargestellt.

Die Gewerbesteuer ist ihrer Natur nach eine Betriebsausgabe und mindert deshalb den Gewinn des Unternehmens. Mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 hat der Gesetzgeber jedoch in § 4 Abs. 5b des Einkommensteuergesetzes (EStG) angeordnet, dass die Gewerbesteuer keine Betriebsausgabe ist. Sie darf infolgedessen bei der Ermittlung des zu versteuernden Gewinns nicht mehr gewinnmindernd und damit steuermindernd berücksichtigt werden.

BFH setzt Rechtsprechung fort

Nach Auffassung des BFH verstößt die mit diesem Abzugsverbot verbundene Einschränkung des sog. objektiven Nettoprinzips nicht gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot oder die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes (Urteil vom 10.09.2015, Az. IV R 8/13). Sie lasse sich vielmehr im Gesamtzusammenhang mit den steuerlichen Entlastungen, die zugleich durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 eingeführt worden sind, hinreichend sachlich begründen. Dies hatte der I. Senat des BFH bereits mit Urteil vom 16.01.2014 (Az. I R 21/12) für Kapitalgesellschaften entschieden, bei denen durch das Abzugsverbot eine Doppelbelastung des Gewinns mit Körperschaft- und Gewerbesteuer eintritt.

Anrechnung der Gewerbesteuer auf Einkommensteuer

Demgegenüber wird bei Personenunternehmen die Gewerbesteuer teilweise auf die Einkommensteuer des Unternehmers angerechnet. Für diese Unternehmen, hier eine Personengesellschaft, bestätigt der BFH mit dem jetzigen Urteil die Verfassungsmäßigkeit des Abzugsverbots. Insbesondere die gleichzeitig mit § 4 Abs. 5b EStG eingeführte Erhöhung des Anrechnungsfaktors für die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer führe in vielen Fällen zu einer vollständigen Entlastung des Unternehmers bzw. der an einer Personengesellschaft beteiligten natürlichen Personen von der Gewerbesteuerschuld.

(BFH, PM vom 11.11.2015/ Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Meldung

© Robert Kneschke /fotolia.com


02.07.2026

Spekulationssteuer: BFH bestätigt klare Fristregel

Bei Immobilienverkäufen entscheidet der Vertragsabschluss über die Einhaltung der steuerlichen Zehn-Jahres-Frist, so der BFH.

weiterlesen
Spekulationssteuer: BFH bestätigt klare Fristregel

Steuerboard

Malena Anthofer


02.07.2026

BFH zur schenkungsteuerlichen Behandlung des Nießbrauchsvorbehalts bei einer Kapitallebensversicherung

Mit Urteil vom 28.01.2026 (II R 27/22) bezieht der BFH Stellung zur schenkungsteuerlichen Behandlung der Übertragung einer Kapitallebensversicherung unter Nießbrauchsvorbehalt.

weiterlesen
BFH zur schenkungsteuerlichen Behandlung des Nießbrauchsvorbehalts bei einer Kapitallebensversicherung

Meldung

© ra2 studio / fotolia.com


02.07.2026

Formfehler bei digitaler Klage: BFH gewährt Wiedereinsetzung

Ein erkennbarer Übermittlungsfehler kann die Wiedereinsetzung ermöglichen, wenn das Gericht nicht rechtzeitig darauf hinweist.

weiterlesen
Formfehler bei digitaler Klage: BFH gewährt Wiedereinsetzung
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht