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11.05.2016

Betriebswirtschaft, Meldung

Weniger Unternehmenspleiten in West- und Osteuropa

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In vielen Ländern zeigen die Insolvenzzahlen noch die Nachwirkungen der langen Euro-Wirtschaftskrise.

In Westeuropa sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen. Die EU-15-Länder verzeichneten im Jahr 2015 insgesamt 174.891 Unternehmensinsolvenzen. Auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas kam es 2015 zu einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen, der sogar stärker ausfiel als in Westeuropa.

In den EU-15-Ländern – zuzüglich Norwegen und der Schweiz – gab es im Jahr 2015 insgesamt 174.891 Unternehmensinsolvenzen. Im Vergleich zu 2014 (182.132) verringerte sich die Zahl der registrierten Insolvenzfälle um 4 %. Trotz der positiven Entwicklung liegt die Zahl der jährlichen Insolvenzen weiter über dem Stand vor Ausbruch der Finanzkrise.

Steigende Insolvenzen in vier westeuropäischen Staaten

Lediglich vier der 17 untersuchten Länder Westeuropas zeigten 2015 steigende Insolvenzzahlen: Portugal (+7,6 % auf 7.288 Fälle), die Schweiz (+3,9 % auf 6.098 Fälle), Luxemburg (+3,3 % auf 873 Fälle) und Frankreich (+0,9 % auf 61.379 Fälle). Deutliche Rückgänge verzeichneten Griechenland (-42,7 % auf 189 Fälle), gefolgt von Spanien (-25,1 % auf 4.916 Fälle) und den Niederlanden (-20,7 % auf 5.271 Fälle). In Deutschland (-3,5 % auf 23.180 Fälle) und in Österreich (-3,2 % auf 5.422 Fälle) lag der Rückgang im Durchschnitt der westeuropäischen Länder, in Großbritannien (-9,7 % auf 15.952 Fälle) deutlich über dem Durchschnitt. So erreichen Großbritannien und auch Österreich mittlerweile wieder das Vorkrisenniveau, Deutschland sogar einen 16-Jahres-Tiefststand der Insolvenzen.

Osteuropa hat sich erholt

Auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas, zu denen Daten vorliegen, kam es 2015 zu einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen, der mit 11,4 % stärker ausfiel als in Westeuropa. Insgesamt wurden 90.069 Fälle registriert, nachdem im Vorjahr mit 101.707 Fällen noch ein Rekordwert gemessen wurde. Die Wirtschaftslage hat sich in weiten Teilen Osteuropas mittlerweile deutlich gebessert, viele Länder verzeichneten steigende Wachstumsraten. Am deutlichsten sanken die Insolvenzzahlen in Rumänien (-50,4 %), gefolgt von Ungarn (-22,2 %), Tschechien (-15,7 %) und der Slowakei (-14,0 %). Die Anstiege in Kroatien (+164,0 %) und Litauen (+26,2 %) waren juristisch bedingt, da es Änderungen im Insolvenzrecht gab. Auch Bulgarien verzeichnete einen leichten Anstieg (+5,0 %). In den übrigen baltischen Staaten entspannte sich das Insolvenzgeschehen.

Der Wirtschaftsaufschwung kommt  

Weiter verbessert hat sich die finanzielle Stabilität der westeuropäischen Unternehmen. Die Auswertungen der Bilanzen des Jahres 2014 zeigen: Gewinnmargen (EBIT) und Eigenkapitalquoten sind tendenziell gestiegen. So erreicht ein Siebtel der Unternehmen (14,7 %) eine sehr hohe Gewinnspanne von mehr als 25 % (Vorjahr: 14,0 %). Der Anteil der Unternehmen, die Fehlbeträge erwirtschafteten, verringerte sich und liegt bei rund einem Viertel (25,3 %; Vorjahr: 26,9 %). Im Handel sind die EBIT-Margen trotz Verbesserungen weiterhin niedrig. 42,0 % der Unternehmen verfügen mittlerweile über eine sehr hohe Eigenkapitalquote von über 50 %. 2011 waren es erst 39,2 %.

(Creditreform, PM vom 10.05.2016 / Viola C. Didier)


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