• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Weniger Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen dank Mindestlohn?

15.06.2015

Arbeitsrecht, Meldung

Weniger Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen dank Mindestlohn?

Beitrag mit Bild

Der Betrieb

In einer Simulationsstudie hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) die Wirkungen des Mindestlohns auf die geschlechtsspezifische Lohnlücke untersucht. Dabei wurde die Lohnlücke für verschiedene Szenarien berechnet und welche Beschäftigungseffekte durch den Mindestlohn entstehen.

Die mittlere unbereinigte Lohnlücke lag vor der Einführung des Mindestlohns zum 1. Januar 2015 bei 19,6 Prozent. Das heißt, Frauen verdienen demnach durchschnittlich 19,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Lücke ist am unteren Ende der Lohnverteilung ausgeprägter als am oberen Ende. Im Szenario der HWWI-Simulationsstudie, in dem von Null-Beschäftigungseffekten ausgegangen wird, zeigt sich nach Einführung des Mindestlohns eine deutliche Verringerung der durchschnittlichen Lohnlücke um 2,5 Prozentpunkte (pp) auf 17,1 Prozent. Dabei konzentriert sich der Effekt vollständig auf die unteren drei 5 Prozent-Quantile der Lohnverteilung. Die Einführung des Mindestlohnes bei konstant gehaltener Beschäftigung reduziert daher vor allem die Klebeeffekte im unteren Einkommensbereich.

Abmilderung der Lohnlücke nur am unteren Rand der Einkommensverteilung

Die simulierten Beschäftigungseffekte unterscheiden sich vor allem je nach Marktmodell und unterstellter Lohnelastizität der Arbeitsnachfrage. Bei einer Arbeitsnachfrage von -0,2 (-1,2) verlieren 5 Prozent (24,3 Prozent) der vom Mindestlohn betroffenen Beschäftigten bzw. 0,6 Prozent (3 Prozent) aller Beschäftigten ihren Job. Bei einer sechsfach stärkeren Arbeitsnachfragereaktion verfünffachen sich also die Beschäftigungsverluste. Fazit: Die Einführung des Mindestlohns kann durchaus zu einer Reduktion der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern führen. Die Abmilderung der Einkommensungleichheit insbesondere am unteren Rand der Einkommensverteilung wird allerdings mit gewissen Beschäftigungsverlusten erkauft.

(HWWI / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Meldung

©adiruch/fotolia.com


23.05.2024

Kritik des IDW zum Entwurf der IESSA

Das IDW betont, dass einheitliche Ethikstandards für alle Nachhaltigkeitsprüfer notwendig sind und weist auf notwendige Überarbeitungen der IESSA hin.

weiterlesen
Kritik des IDW zum Entwurf der IESSA

Meldung

©Andrey Popov/fotolia.com


23.05.2024

Umfasst das Weisungsrecht die Farbe der Arbeitsschutzhose?

Eine Arbeitgeberin ist aufgrund ihres Weisungsrechts berechtigt, Rot als Farbe für die Arbeitsschutzhosen ihrer Mitarbeiter vorzuschreiben.

weiterlesen
Umfasst das Weisungsrecht die Farbe der Arbeitsschutzhose?

Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com


22.05.2024

Grünes Licht für KI-Gesetz

Der Rat der EU hat endgültig grünes Licht für das sog. KI-Gesetz gegeben. Es ist das erste seiner Art weltweit und kann einen globalen Standard für die KI-Regulierung setzen.

weiterlesen
Grünes Licht für KI-Gesetz

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Gratis Paket: 4 Hefte + Datenbank