31.08.2018

Meldung, Wirtschaftsrecht

Wann kommt die Blockchain in Unternehmen an?

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Die Blockchain verändert die Unternehmenswelt nachhaltig und mit rasantem Tempo. Entsprechend setzen sich vier von fünf Unternehmen (84 %) intensiv mit der Technologie auseinander. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.

An der branchenübergreifenden Umfrage zum Entwicklungsstand und Potenzial der Blockchain-Technologie in der Unternehmenswelt nahmen 600 Führungs- und Fachkräfte aus 15 Ländern teil. Die Studie belegt außerdem, dass 20 % der Firmen das Thema Blockchain eingehend erforschen, 32 % an Eigenentwicklungen arbeiten und weitere 10 % der Firmen bereits Blockchain-Pilotprojekte gestartet haben.

Chance nicht verpassen

Die Umfrage verdeutlicht, dass die befragten Führungskräfte und Verantwortlichen von Technologiebereichen das Potenzial der Blockchain längst erkannt haben und zeitnah von den Entwicklungen profitieren wollen. Demnach können das bei der Blockchain verwendete dezentrale Register („Distributed Ledger“) und digitale Tokens den Handel und Geschäftsprozesse revolutionieren: Die Technologie, die ohne eine zentrale Instanz funktioniert, arbeitet nicht nur kostengünstig, effizient, transparent und fälschungssicher. Über eine Blockchain lassen sich auch viele Kernprozesse abbilden und beschleunigen.

Optimierung interner Prozesse

Schon heute hinterlässt die Blockchain deutliche Spuren in der Unternehmenswelt: In den ersten fünf Monaten dieses Jahres sammelten Blockchain-Plattformen bei sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) 13,7 Milliarden US-Dollar an Risikokapital ein. Ferner haben größere ERP-Software-Plattformen („Enterprise-Resource-Planning“) bereits damit begonnen, Blockchains in ihre Systeme zu integrieren. In Verbindung mit Blockchain-Technologie können ERP-Systeme dazu beitragen, interne Prozesse zu optimieren sowie Daten sicher zu teilen und nutzen.

China wird USA bald überholen

International führend bei der Entwicklung von Blockchain-Anwendungen sind derzeit die USA (29 %), China (18 %) und Australien (7 %). Innerhalb von drei bis fünf Jahren dürfte nach Meinung der Befragten China (30 %) die USA an der Spitzenposition ablösen. Als größte Hürden einer Blockchain-Einführung nennen die Befragten regulatorische Unsicherheiten (48 %) und fehlendes Vertrauen von Nutzern in die Technologie (45 %). Vor allem deutsche Führungs- und Fachkräfte (38 %) sehen in der Regulatorik eine Hemmschwelle, Umfrageteilnehmer in Australien (37 %) und Großbritannien (32 %) sind hier ähnlich skeptisch.

Prämissen für mehr Akzeptanz

Zu den vier wesentlichen Handlungsfeldern bei der Entwicklung und erfolgreichen unternehmensweiten Nutzung einer Blockchain zählen der Studie zufolge die Definition eines zielgerichteten strategischen Business Case, der Aufbau eines branchenweiten Ökosystems, welches Kooperationen auch mit Wettbewerbern ermöglicht, sowie die Festlegung von Regeln und Standards für die Nutzung und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems, um neue Regularien zu erfüllen.

(PwC, PM vom 28.08.2018/ Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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