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06.01.2023

Arbeitsrecht, Meldung

Vorstände deutscher Top-Unternehmen so weiblich wie nie

So viele Frauen wie aktuell saßen noch nie in den Vorständen von Deutschlands Spitzenkonzernen, zeigt eine Analyse der Struktur der Vorstände der 160 im DAX, MDAX und SDAX gelisteten Unternehmen, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY zweimal jährlich durchführt.

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Der Anteil von Managerinnen in den Vorstandsetagen der DAX-, MDAX- und SDAX-Unternehmen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen und liegt aktuell bei 15,5 % – und damit 2,3 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr und sogar gut doppelt so hoch wie vor vier Jahren (7,9 %). In absoluten Zahlen: 109 der insgesamt 705 Vorstandsmitglieder sind weiblich. Zum Stichtag 1. Januar 2023 sind das 17 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Allerdings stehen damit einer Top-Managerin immer noch sieben männliche Kollegen gegenüber. Betrachtet man die CEO-Ebene, wird die Diskrepanz im Verhältnis noch deutlicher: Von den 160 Führungsposten sind neun von Managerinnen besetzt. Viele Vorstände deutscher Konzerne sind weiter mehrheitlich eine reine Männerdomäne.

DAX-Konzerne treiben Wandel am stärksten voran

Besonders bemerkenswert ist, dass offenbar die Unternehmen des DAX eine Vorreiterrolle einnehmen, wenn es um Diversität geht. Der Frauenanteil liegt hier mit 21,2 % deutlich höher als bei Konzernen des SDAX (12,4 %) und des MDAX (12 %). Das liegt auch daran, dass bei der Neubesetzung frei werdender Vorstandsposten gerade im DAX immer häufiger Frauen zum Zuge kommen: Im vergangenen Jahr wurden im DAX 22 neue Vorstände berufen – elf davon waren Frauen.

Bei der Neubesetzung von Vorstandsposten achten die Konzerne in Deutschlands Top-Index offenbar stärker auf Ausgewogenheit der Geschlechter als dies Konzerne der anderen beiden Indizes tun. So waren 50 % der neu berufenen Mitglieder des Vorstands im DAX weiblich. Im MDAX lag der Frauenanteil bei den Neubesetzungen bei 35 %, im SDAX nur bei 30 %.

Inzwischen hat indexübergreifend jedes zweite Unternehmen (51,9 %) mindestens eine Frau im Vorstand – vor einem Jahr waren es 46,5 %. Auch hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Indizes: Im DAX haben fast neun von zehn Konzernen (85 %) mindestens ein weibliches Vorstandsmitglied, in SDAX (43 %) und MDAX (38 %) sind es dagegen knapp vier von zehn Unternehmen.

Frauenanteil in Konsumgüter-, Telekommunikations- und Immobilienbranche am höchsten

Überdurchschnittlich stark sind weibliche Vorstände in der Konsumgüterindustrie vertreten: Hier ist fast jedes vierte Vorstandsmitglied (24 %) eine Frau. Ebenfalls hoch ist der Anteil von Managerinnen in dem Gremium bei Unternehmen, die in den Bereichen Telekommunikation (21 %) und Immobilen (21 %) Geschäfte machen. Medienunternehmen (8 %), Energieversorger (9 %) und IT-Konzerne (11 %) haben dagegen die niedrigsten Anteile weiblicher Vorstandsmitglieder. Fast jede dritte Vorständin (32 %) nimmt operative Funktionen war, jede vierte Managerin (25 %) verantwortet das Personalressort. Die Rolle des CFO bekleidet jede fünfte Frau (20 %).


EY vom 05.01.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro

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