27.12.2019

Arbeitsrecht, Meldung

Tariflöhne stiegen 2019 um 3 %

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Die Tariflöhne stiegen im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 3,0 %. Dies zeigt die vorläufige Jahresbilanz vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Bei einem zu erwartenden durchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise von 1,4 % führt der Anstieg der Tariflöhne um 3 % zu einem deutlichen Reallohnzuwachs von voraussichtlich 1,6 %. „Für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung erweist sich die Tarifpolitik damit einmal mehr als ein wichtiger Stabilitätsanker“, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten.

20 Millionen Beschäftigte erhalten Tariferhöhungen

Die durchschnittlichen Tariferhöhungen liegen 2019 exakt auf dem Wert des Vorjahres. Berücksichtigt man nur die Neuabschlüsse aus dem Jahr 2019, so fallen die Lohnzuwächse mit 2,5 % jedoch spürbar niedriger aus. Die bereits in den Vorjahren vereinbarten längerfristigen Lohnabschlüsse schlagen 2019 hingegen mit einer Erhöhung von 3,3 % zu Buche. Insgesamt erhalten 2019 etwa 20 Millionen Beschäftigte Tariferhöhungen. Für 8 Millionen wurden 2019 Neuabschlüsse getätigt, während etwa 12 Millionen von mehrjährigen Tarifabschlüssen aus den Vorjahren profitieren.

Arbeitszeitgestaltung spielt wichtige Rolle

Wie bereits in den vorherigen Tarifrunden spielten in einigen Branchen auch 2019 neben den Entgelterhöhungen Fragen der tarifvertraglichen Arbeitszeitgestaltung eine wichtige Rolle. Hierzu gehören neue Möglichkeiten der individuellen Arbeitszeitverkürzung sowie Wahloptionen, bei denen die Beschäftigten zwischen mehr Geld oder zusätzlichen freien Tagen wählen können. Entsprechende Vereinbarungen finden sich z. B. in der Stahlindustrie oder in der chemischen Industrie.

Wie entwickeln sich die Tariflöhne 2020?

In der kommenden Tarifrunde 2020 stehen wieder wichtige Tarifauseinandersetzungen wie z. B. in der Metall- und Elektroindustrie oder im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen auf der Tagesordnung. Nach Analyse des WSI-Tarifexperten Schulten „würden weiterhin kräftige Lohnzuwächse dabei helfen, einer möglichen konjunkturellen Eintrübung durch eine Stabilisierung der privaten Konsumnachfrage entgegenzuwirken.“

(Hans-Böckler-Stiftung, PM vom 10.12.2019 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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