• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Stornierungsklauseln eines Mietwagenvermittlers unwirksam

03.09.2015

Meldung, Wirtschaftsrecht

Stornierungsklauseln eines Mietwagenvermittlers unwirksam

Beitrag mit Bild

Der Betrieb

Die Verbraucherzentrale Berlin hat vor dem Landgericht München ein Klageverfahren gegen die Auto Europe Deutschland GmbH gewonnen. Das Unternehmen hatte in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen mehrere unwirksame Stornierungsklauseln verwendet.

Auto Europe vermittelt im Internet Mietwagen unterschiedlicher Autovermietungsfirmen. Anlass zur Klage der Verbraucherzentrale war die Beschwerde eines Verbrauchers, der über Auto Europe einen Mietwagen angemietet hatte und bereits im Vorfeld den vollen Mietpreis bezahlen musste. Leider hatte sich der Verbraucher im Datum geirrt und erschien erst einen Tag später beim Autoverleiher, um den Pkw abzuholen. Der Pkw aber war zu diesem Zeitpunkt bereits weiter vermietet worden. Den gezahlten Mietpreis wollte Auto Europe nicht an den Verbraucher zurück erstatten.

AGB sahen keine Anrechnung von Vorteilen vor

Das Unternehmen berief sich auf seine Geschäftsbedingungen. Diese sahen u. a. vor, dass bei Stornierungen des Mietwagens innerhalb von 48 Stunden vor Mietbeginn oder nach dem gebuchten Anmietdatum keine Erstattung des Mietpreises erfolgen würde. Gleiches sollte gelten bei verspätetem Erscheinen. Die Klauseln sahen nicht vor, dass sich Auto Europe auf diesen Schadenersatz in Höhe des vollen Mietpreises etwaige Vorteile, beispielsweise durch eine anderweitige Vermietung des Pkws, anrechnen lassen müsse. Daher sah die Verbraucherzentrale diese Stornierungsregelungen als unwirksam an.

Erfolg vor Gericht

Die Auto Europe GmbH wandte vor Gericht zwar ein, dass ihr bei der Nichtnutzung des gebuchten Mietwagens keinerlei Ersparnisse entstünden. Sie erhielte von den Vermietungsfirmen selbst keinerlei Erstattungen, sondern müsse den vollen Mietpreis an die Autovermietungsfirmen entrichten. Einen Nachweis für diese Behauptung erbrachte das Unternehmen jedoch nicht. Das Landgericht München (Az. 12 O 4970/15) entschied daraufhin zu Gunsten der Verbraucherzentrale und erklärte die Klauseln für unwirksam.

(Verbraucherzentrale Berlin / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Rechtsboard

Cora Sprengart


18.06.2024

Zulässige Gruppenbildung und Stichtagsregelung im Sozialplan

Mit seinem Urteil vom 30.01.2024 (1 AZR 62/23, DB 2024 S. 1351) gibt das BAG wichtige Hinweise für die Gestaltungs- und Beurteilungsspielräume der Betriebsparteien bei der Gruppenbildung und Formulierung von Stichtagsregelungen bei Sozialplänen.

weiterlesen
Zulässige Gruppenbildung und Stichtagsregelung im Sozialplan

Meldung

© sakkmesterke/fotolia.com


18.06.2024

Rechtsanwaltsgebühren werden erhöht

Die Rechtsanwaltsgebühren sind seit Anfang 2021 nicht mehr erhöht worden. Deshalb werden die gesetzlichen Honorarsätze nun angepasst.

weiterlesen
Rechtsanwaltsgebühren werden erhöht

Meldung

©stadtratte /fotolia.com


18.06.2024

Zum Nachweis der Bekanntgabe bei Rechtsnachfolge

Bei Bestreiten des Zugangs eines Steuerbescheids an den Rechtsvorgänger sind keine übermäßig hohen Anforderungen an die darzulegenden Zweifel des Rechtsnachfolgers zu stellen.

weiterlesen
Zum Nachweis der Bekanntgabe bei Rechtsnachfolge

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Gratis Paket: 4 Hefte + Datenbank