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11.06.2026

Meldung, Steuerrecht

Steuerstatistik: Immer mehr Menschen rutschen in den Spitzensteuersatz

Aktuelle Zahlen zeigen deutlich, wie stark das deutsche Einkommensteuersystem durch die Progression geprägt ist. Steuerpflichtige mit höheren Einkommen werden überproportional zur Finanzierung des Steueraufkommens herangezogen.

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Im Jahr 2022 wurden in Deutschland rund 3,2 Millionen Steuerpflichtige mit dem Spitzensteuersatz von 42% besteuert. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, entspricht dies einem Anteil von 7,4% aller unbeschränkt Steuerpflichtigen mit einem zu versteuernden Einkommen. Auf diese Steuerpflichtigen entfielen mit 621 Mrd. € knapp 30% der Gesamteinkünfte und mit 186 Mrd. € knapp die Hälfte (49%) des gesamten Einkommensteueraufkommens. Ihre durchschnittlich erzielten Jahreseinkünfte lagen bei 196.000 €.

Spitzenverdiener tragen 49% des Einkommensteueraufkommens

In Deutschland wird ein progressiver Steuersatz angewendet, der mit steigendem Einkommen ansteigt. Dadurch werden die Steuerpflichtigen unterschiedlich stark belastet. Die Einkommensgrenze, ab der der Spitzensteuersatz galt, lag 2022 bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 58.597 € (beziehungsweise 117.194 € bei gemeinsam veranlagten Personen).

Rund 141.000 der 3,2 Millionen Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz verzeichneten ein Jahreseinkommen über 277.826 € (555.652 € für gemeinsam veranlagte Personen). Ab dieser Einkommensgrenze galt 2022 der Höchststeuersatz von 45%, die sog. Reichensteuer. Auf diese 0,3% aller unbeschränkt Steuerpflichtigen entfielen rund 7,6% aller Einkünfte und 15,3% der Steuersumme.

Steuerpflichtige mit Spitzensteuersatz: Deutliche Zunahme seit 2012

Im Vergleich zu 2012 ist der Anteil der Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz von 5,4% aller Steuerpflichtigen auf 7,4% im Jahr 2022 gestiegen. Basierend auf einem Progressionsbericht wird der Steuertarif im Einkommensteuergesetz seit 2016 regelmäßig an die Inflation angepasst. Damit wurden die Beträge, ab denen der Spitzensteuersatz greift, jährlich angehoben. Seitdem hat sich der Anstieg, zusätzlich bedingt durch einen Rückgang zu Beginn der Corona-Pandemie, verlangsamt. Im Jahr 2022 entfiel auf die Steuerpflichtigen mit Spitzensteuersatz 49% des gesamten Einkommensteueraufkommens; 2012 waren es noch 42%.

Steuerpflichtige erzielten 2,1 Bill. € Gesamteinkünfte

Insgesamt wurden 2022 von allen Steuerpflichtigen zusammen Einkünfte in Höhe von 2,1 Bill. € erzielt. Die Gesamteinkünfte lagen damit um 127 Mrd. € oder 6,5% höher als im Vorjahr. Die von den Arbeitgebern einbehaltene Lohnsteuer zusammen mit der von den Finanzbehörden festgesetzten Einkommensteuer für 2022 betrug 376 Mrd. €, was einer Steigerung von 19 Mrd. € (+5,2%) gegenüber 2021 entspricht.


Destatis vom 10.06.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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