Belege sortieren, Ordner suchen, Formulare ausfüllen: Die Steuererklärung ist oft der bei weitem aufwändigste Behördenkontakt des Jahres, und viele holen sich dabei inzwischen Rat von einer Künstlichen Intelligenz. 15 % derjenigen, die schon einmal eine Einkommensteuerklärung abgegeben haben, haben sich bereits von KI unterstützen lassen, etwa mit einem KI-Chat oder über KI-Funktionen in spezieller Steuersoftware. Unter den Jüngeren zwischen 16 und 29 Jahren sind es sogar 26 %.
Steuern per App
Zugleich gewinnt das Smartphone an Bedeutung: 13 % haben ihre letzte Steuererklärung über eine Steuer-App mit dem Smartphone erstellt, vor einem Jahr waren es mit 7 % nur etwas mehr als halb so viele. Auch hier liegen die 16- bis 29-Jährigen mit 20 % deutlich vorn. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.006 Personen in Deutschland, im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die Steuererklärung war Vorreiter bei der Digitalisierung der Verwaltung. Mit dem Smartphone wird sie für viele noch bequemer und KI übernimmt zunehmend das, was vielen bei Steuerformularen fehlt: erklären, einordnen, nachfragen“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Möglich wird das, weil die Finanzverwaltung mit Elster seit Jahren offene Schnittstellen bereitstellt, auf denen Unternehmen innovative Angebote aufbauen können.“
Vom Papier zur Ein-Klick-Steuererklärung
Der am häufigsten genutzte Weg bleibt die elektronische Steuererklärung mit Elster direkt beim Finanzamt: 27 % haben ihre letzte Steuererklärung darüber am Computer oder Notebook abgegeben. 21 % haben eine Steuersoftware für PC oder Laptop verwendet, ebenfalls 21 % haben eine Steuerberatung in Anspruch genommen. Weitere 2 % geben an, die neue Funktion „Steuererklärung per Klick“ in der Elster-App genutzt zu haben. Insgesamt hat damit rund jede und jeder Siebte (15 %) die Steuererklärung mobil erledigt. Nur noch 17 % haben ihre letzte Steuererklärung auf Papier eingereicht. Hier liegen die Älteren ab 65 Jahren mit 43 % deutlich vorn, bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 9 %, bei den 30- bis 49-Jährigen 6 % und bei den 50- bis 64-Jährigen 8 %. Mit 33 % fordert ein Drittel derjenigen, die schon einmal eine Einkommensteuererklärung abgegeben haben, der elektronische Weg sollte für alle verpflichtend sein.
Steuererklärung bleibt lästige Pflicht
Für eine Mehrheit bleibt die Steuererklärung eine lästige Pflicht. 59 % schieben die Steuererklärung immer bis zum letzten Drücker vor sich her, 34 % überziehen regelmäßig den Abgabetermin. Aber immerhin 6 % sagen, dass ihnen die Steuererklärung Spaß macht. Zugleich besteht großes Interesse an einer Steuererklärung, die das Finanzamt für die Steuerpflichtigen erstellt: 47 % würden eine automatisch mit den eigenen Daten vorausgefüllte Steuererklärung nutzen, die sie nur noch freigeben müssen. 40 % würden einer solchen Erklärung sogar so weit vertrauen, dass sie sie ohne eigene Prüfung übernehmen würden. „Die Bereitschaft, dem Finanzamt die eigene Steuererklärung zu überlassen, ist groß und ein echter Vertrauensbeweis. Eine Ein-Klick-Steuererklärung muss dabei so ausgestaltet sein, dass niemand Geld verschenkt, der sie nutzt“, so Rohleder.

