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07.07.2026

Meldung, Wirtschaftsrecht

Start-ups setzen große Hoffnungen auf die EU Inc.

Während deutsche Start-ups laut einer Bitkom-Umfrage große Hoffnungen in die geplante EU Inc. setzen, wird im EU-Parlament noch über Rechtmäßigkeitskontrollen, Arbeitnehmerrechte und den Schutz vor missbräuchlicher Standortwahl gerungen.

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©andreypopov/123rf.com

Die geplante europäische Rechtsform „EU Inc.“ stößt bei deutschen Tech-Start-ups auf breite Zustimmung. Laut einer Bitkom-Befragung unter 102 Unternehmen würden 62% ihr nächstes Start-up als EU Inc. gründen. Für 10% kommt das nicht infrage, 28% äußerten sich nicht.

Expansion soll einfacher werden

Ziel der neuen Rechtsform ist es, Gründungen und grenzüberschreitendes Wachstum innerhalb der EU zu erleichtern. Besonders wichtig ist den Befragten, ohne lokale Tochtergesellschaften in andere Mitgliedstaaten expandieren zu können. 94% nennen diesen Punkt als wichtig. 91% wünschen sich einen vollständig digitalen und automatisierten Gründungsprozess über eine zentrale Anlaufstelle. Eine digitale Anteilsübertragung ohne Notar befürworten 82%, die freie Wahl des Gesellschaftssitzes innerhalb der EU 78%.

Zudem sprechen sich 69% für einen EU-weit einheitlichen Mustervertrag für Start-up-Investitionen aus. Jeweils 67% verlangen gemeinsame Regeln für die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen, harmonisierte arbeits- und sozialpolitische Vorgaben sowie eine Gründung innerhalb von 48 Stunden. Niedrige Gründungskosten von höchstens 100 Euro sind für 57% relevant.

Streit um Schutzvorschriften

Der Berichtsentwurf des EU-Parlaments vom 29.06.2026 hält an einer vollständig digitalen Gründung binnen 48 Stunden fest, fordert jedoch stärkere Rechtmäßigkeitskontrollen. Das Herkunftslandprinzip soll auf gesellschaftsrechtliche Fragen begrenzt werden, damit Unternehmen arbeitsrechtliche Schutzstandards nicht durch eine gezielte Sitzwahl umgehen. Für bestimmte Branchen, darunter das Baugewerbe, sind Einschränkungen vorgesehen. Außerdem soll ein digitales Streitbeilegungsverfahren nach dem Vorbild Delawares Konflikte innerhalb von 90 Tagen vollständig online entscheiden.


Bitkom vom 06.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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