Vergütung entwickelt sich von einer reinen Personal- und Kostenfrage zu einem zentralen Instrument der Unternehmenssteuerung. Neben der Höhe der Bezüge gewinnen nachvollziehbare Strukturen, langfristige Anreize, ESG-Kriterien und Entgelttransparenz an Bedeutung. Die Höhe der Vergütung hängt allerdings stark von Unternehmensgröße und Funktion ab. In großen Unternehmen liegt die mediane Ziel-Direktvergütung für Vorsitzende bei 350.000 Euro, für alleinige Geschäftsführende bei 274.000 Euro und für Mitglieder der Geschäftsführung bei rund 182.000 Euro.
Zwischen den Sektoren zeigen sich ebenfalls Unterschiede. Das höchste mediane Jahresgrundgehalt erhalten Geschäftsführungen in der Verkehrswirtschaft mit 162.000 Euro.
Variable Vergütung verliert an Gewicht
Der Anteil der Jahresgrundvergütung an der Ziel-Direktvergütung stieg von 88 % im Jahr 2024 auf 89 %. Gleichzeitig ging die Verbreitung einjähriger variabler Vergütung zurück. Bei großen Unternehmen sank sie von 74 % auf 62 %. Mehrjährige Long-Term Incentives bleiben mit 5 % selten.
ESG-Kriterien gewinnen dagegen an Bedeutung. 11 % der Unternehmen berücksichtigen bereits Umwelt-, Sozial- oder Governance-Ziele in ihren Vergütungssystemen.
Altersversorgung als Wettbewerbsfaktor
Auch die betriebliche Altersversorgung bietet Differenzierungspotenzial. In großen öffentlichen Unternehmen haben 83 % der Geschäftsführenden Anspruch darauf, in kleinen Unternehmen nur 45 %. Häufigste Lösung ist mit 34 % die Direktversicherung.
Nachholbedarf bei Entgelttransparenz
Der Fachkräftemangel verschärft den Handlungsdruck: 70 % der Unternehmen berichten bereits von spürbaren Auswirkungen. Gleichzeitig wartet mehr als die Hälfte bei der EU-Entgelttransparenzrichtlinie noch auf die nationale Umsetzung. Nur 7 % ermitteln bislang ihren Gender Pay Gap. Damit werden marktgerechte Vergütung, Governance und Entgelttransparenz zunehmend zu einer gemeinsamen Managementaufgabe.

