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09.01.2026

Meldung, Wirtschaftsrecht

Nachfolgekrise: Jeder vierte Betrieb will schließen

Immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland finden keine Nachfolge und steuern stattdessen auf die Schließung zu. Allein bis 2029 drohen über eine halbe Million Geschäftsaufgaben, zeigen die Zahlen des KfW-Mittelstandspanels.

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Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägt, nach dem Ausscheiden der jetzigen Senior-Generation in der nahen oder ferneren Zukunft zu schließen. Betrachtet man nur die Unternehmerinnen und Unternehmer, die ihren Rückzug aus der Firma bis Ende 2029 planen, streben 569.000 keine Fortführung des Unternehmens an. Das entspricht jährlich rund 114.000 Geschäftsaufgaben. Demgegenüber stehen 545.000 mittelständische Unternehmen, die bis Ende 2029 eine Nachfolgeregelung finden wollen – das sind gut 109.000 Unternehmen im Jahr. Erstmals gibt es damit einen kleinen Überhang von Unternehmen, die die Stilllegung planen.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Sonderauswertung im Rahmen des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels, das zwischen Mitte Februar und Mitte Juni 2025 erhoben wurde. An der Befragung zum Panel beteiligten sich mehr als 13.000 mittelständische Unternehmen.

Gründe für die Schließungspläne

Als Hauptgrund für Schließungspläne geben Unternehmenslenkerinnen und -lenker ihr Alter an. Im Jahr 2025 waren 57 % der mittelständischen Unternehmerschaft 55 Jahre oder älter, das waren noch einmal drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Vor 20 Jahren waren es lediglich 20 %. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer empfinden die Suche nach einem passenden Nachfolger als sehr schwierig.

47 % der Befragten mit Stilllegungsplänen erklären, dass es in ihrer Familie kein Interesse an einer Fortführung, etwa durch die Kinder, gebe. 42 % nennen zu viel Bürokratie als einen Grund, wieso sie die Schließung planen – das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie nie. Bei einer Nachfolge sind viele juristische Fragen zu klären, aber ebenso steuerliche Aspekte und Informations- und Meldepflichten zu beachten.

Kaufpreis oft zu hoch angesetzt

Ein schwieriger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Unternehmensnachfolge ist die Einigung auf einen für alle Beteiligten akzeptablen Kaufpreis. Erstmals seit 2019 hat KfW Research wieder erhoben, welche Kaufpreisvorstellungen die mittelständischen Unternehmenslenker haben. Diese sind seit 2019 merklich angezogen. Die Unternehmer, die binnen fünf Jahren eine Nachfolgeregelung anstreben, wollen im Durchschnitt 499.000 Euro erzielen. Vor sechs Jahren waren es noch 372.000 Euro. Die Erhöhung der Kaufpreisvorstellungen liegt damit deutlich über der Inflation in diesem Zeitraum, preisbereinigt liegt das Plus bei 9,5 %. Im Durchschnitt streben die Nachfolgeplaner einen Kaufpreis an, der beim 1,2-fachen ihres Jahresumsatzes liegt.

Vor sechs Jahren wollten nur 18 % der Mittelständler einen Kaufpreis von mehr als 1 Million Euro erzielen; nun sind es 27 %. Dagegen wollen sich nur noch 5 % der Unternehmer mit weniger als 50.000 Euro zufriedengeben; 2019 waren es noch 18 %. Im Median planen die Unternehmensführer, 375.000 Euro einzunehmen, das heißt, die Hälfte der Unternehmer liegt mit den Vorstellungen jeweils darunter oder darüber. 2019 waren es noch 175.000 Euro.


KfW Research vom 09.01.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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