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03.03.2017

Arbeitsrecht, Meldung

Mitarbeiterfluktuation schadet der Produktivität

Beitrag mit Bild

Besonders bei jungen Unternehmen mit einem Alter unter 2,4 Jahren sinkt die Produktivität deutlich, wenn Mitarbeiter ausgetauscht werden.

Während etablierte Unternehmen von moderater Mitarbeiterfluktuation profitieren können, zeigt sich bei jungen Unternehmen ein ganz anderes Bild. Wenn bei ihnen Mitarbeiter ausgetauscht werden, hat dies negative Folgen für ihre Produktivität.

Der negative Effekt der Mitarbeiterfluktuation für junge Unternehmen ist vor allem dann besonders groß, wenn Gründer noch wenig Erfahrung in der Führung von Personal haben und ist umso stärker ausgeprägt, je jünger ein Unternehmen ist. Mit Blick auf die Beeinträchtigung der Produktivität junger Unternehmen durch die Fluktuation von Mitarbeitern macht es keinen Unterschied, ob der ersetzte Mitarbeiter von sich aus das Unternehmen verlassen hat oder ob der Arbeitgeber ihm gekündigt hat. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim.

Mitarbeiteraustauschrate beeinflusst Unternehmenswertschöpfung

Die vorliegende Analyse beruht auf einer Auswertung von Daten des KfW/ZEW-Gründungspanels zu 15.300 jungen Unternehmen aus Deutschland mit Gründungsdatum zwischen 2005 und 2012. Eine Zunahme der Mitarbeiteraustauschrate um ein Prozent ist mit einer Abnahme der Unternehmenswertschöpfung um 0,074 Prozent verbunden. Mit anderen Worten: Wenn ein durchschnittliches junges Unternehmen einen von drei Mitarbeitern austauscht, führt dies im Jahr des Austauschs zu einem Wertschöpfungsverlust von 22.000 Euro. Zusätzliche Auswertungen weisen darauf hin, dass junge Unternehmen diesen Produktivitätsverlust auch in den nächsten beiden Geschäftsjahren, wenn der neue Mitarbeiter besser eingearbeitet ist, nicht wettmachen können.

Junge Unternehmen haben höheres Risiko

„Der negative Effekt des Mitarbeiteraustauschs erklärt sich sowohl durch die schwache Position junger Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt, die es ihnen schwer macht, gut qualifiziertes Personal anzuziehen, als auch durch den Mangel an Managementerfahrung vieler Gründer, durch den es diesen Gründern schwerfällt einen guten Arbeitgeber-Mitarbeiter-Match sicherzustellen“, erklärt Martin Murmann, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Autor der Studie. „Junge Unternehmen haben im Gegensatz zu etablierten deshalb zum einen ein höheres Risiko ungeplant Mitarbeiter austauschen zu müssen. Zum anderen haben sie vergleichsweise hohe Kosten durch Fluktuation, da ausscheidende Mitarbeiter in jungen Unternehmen meist über großes implizites Wissen verfügen.“

(ZEW, PM vom 27.02.2017/ Viola C. Didier)


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