05.05.2025

Arbeitsrecht, Meldung

KMU erwarten Pause bei Lohnerhöhungen

Im deutschen Mittelstand rechnet man 2025 überwiegend nicht mit steigenden Löhnen und Gehältern. Dennoch steigt der Druck – besonders in personalintensiven Branchen wie Bau und Dienstleistungen schlagen die Lohnkosten spürbar zu Buche.

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In einer aktuellen Umfrage gaben 47 % der mittelständischen Unternehmen in Deutschland an, dass sie mit etwa gleichbleibenden Lohnkosten für dieses Jahr rechnen; 9 % gehen sogar von einem Rückgang aus. Immer noch 37 % der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erwarten aber bis zu 10 % höhere Lohnkosten, 7 % sogar mehr als 10 %. Im vergangenen Jahr hatte noch eine Mehrheit der Unternehmen mit steigenden Lohn- und Gehaltskosten gerechnet.

Das sind Ergebnisse einer Sonderbefragung im Rahmen des repräsentativen KfW-Mittelstandspanels. Dafür wurden im Januar mittelständische Unternehmen online befragt. Insgesamt nahmen 3.165 Unternehmen teil. Die Analyse der Ergebnisse führte KfW Research in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank durch.

Unternehmen fühlen sich kostenseitig überfordert

Die Umfrage ergab weiter, dass aktuell rund 35 % der Gesamtkosten im Mittelstand auf Löhne und Gehälter entfallen. Im April 2024 waren es noch 33 %. Ein Zuwachs von 2 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres stellt für eine strukturelle Größe wie die Zusammensetzung der Kostenstruktur eine durchaus bemerkenswerte Verschiebung dar.

Im Zeitvergleich wird deutlich, dass der Anteil der Unternehmen, die ihr aktuelles Kostenniveau für finanziell vertretbar halten, seit April 2024 spürbar gesunken ist. Damals gaben 69 % der Mittelständler an, dass ihre Kosten für sie tragbar sind oder finanziell kaum ins Gewicht fallen. Im Januar 2025 waren das nur noch 58 %. 23 % können noch nicht abschätzen, wie gut sie die Mehrbelastungen schultern können, 19 % fühlen sich finanziell überfordert. Im Vorjahr sagten das nur 14 %.

Bau- und Dienstleistungssektor unter Druck

Besonders in den Branchen Bau und Dienstleistungen hat die wahrgenommene Kostenbelastung merklich zugenommen: Hier ist der Anteil der Unternehmen, die das aktuelle Kostenniveau für vertretbar halten, gesunken, während die Zahl derjenigen, die sich finanziell überfordert fühlen, gestiegen ist. Das sind auch die beiden Branchen, die besonders personalintensiv sind und bei denen die Lohnkosten mit 34 % und 39 % jeweils den größten Kostenblock darstellen.

„Deutlich mehr Unternehmen als noch vor einem Jahr haben bei ihren Kosten die Grenze der Belastbarkeit erreicht. Insbesondere im Dienstleistungssektor, in dem es viele Kleinstunternehmen gibt, können Kostensteigerungen häufig nicht so leicht über höhere Preise an die Kunden weitergegeben werden“, sagte Dr. Elisabeth Grewenig, Mittelstandsexpertin bei KfW Research. „Für dieses Jahr rechnen deutlich mehr Mittelständler als im Vorjahr mit gleichbleibenden Kosten. Das dürfte die Lage für viele Unternehmen stabilisieren.“


KfW vom 02.05.2025 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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