Künstliche Intelligenz prägt den deutschen Arbeitsmarkt zunehmend. Der Anteil KI-bezogener Stellenanzeigen stieg laut dem „AI Jobs Barometer 2026“ von PwC im Jahr 2025 auf einen Rekordwert von 1,3 % – rund 125.000 Ausschreibungen. Im Jahr 2024 waren es etwa 1,0 %.
KI-Skills verbreiten sich in allen Branchen
KI-Kompetenzen werden inzwischen branchenübergreifend verlangt. Besonders hoch ist der Anteil im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation mit mehr als 6 %. Dabei entstehen weniger völlig neue Berufe. Vielmehr werden KI-Kenntnisse zunehmend als Zusatzqualifikation in bestehenden Rollen vorausgesetzt. Gleichzeitig sinkt die Gesamtzahl der Stellenanzeigen seit 2023. PwC führt dies nicht allein auf KI zurück, sondern auch auf Konjunkturschwäche, Kostendruck und wirtschaftliche Unsicherheit.
Hohe Anforderungen, geringer Kompetenz-Wandel
International verändern sich die Anforderungen in stark KI-geprägten Berufen mehr als doppelt so schnell wie in weniger betroffenen Tätigkeiten. In Deutschland ist dieser Zusammenhang mit einer Korrelation von 0,02 nahezu nicht vorhanden.
Dennoch steigen die Erwartungen: Zwischen 2019 und 2025 kamen in stark KI-exponierten Berufen durchschnittlich rund 225 neue Kompetenzen je Beruf hinzu. Unternehmen müssten Weiterbildung daher stärker strategisch steuern und neben technischen Fähigkeiten auch kritisches Denken, Zusammenarbeit, Führung und Veränderungsfähigkeit fördern.
Deutschland bleibt ein Anwendermarkt
Im Jahr 2025 entfielen rund 109.400 Anzeigen auf Stellen, in denen KI genutzt wird. Dem standen lediglich etwa 15.400 Entwicklerrollen gegenüber – ein Verhältnis von rund 8:1. Deutschland setzt KI somit vor allem ein, entwickelt sie aber vergleichsweise selten selbst. KI-Kompetenzen bringen in vielen Branchen Lohnaufschläge von mehr als 20 %, in der Energie- und Rohstoffwirtschaft sogar bis zu 39 %. Eine Ausnahme ist der Finanzsektor mit einer Prämie von −9 %. Dort könnten KI-Kenntnisse bereits als Standard gelten.
Global zeigt sich zugleich: Unternehmen mit hoher KI-Nutzung wachsen schneller bei Produktivität, Beschäftigung und Löhnen. Für Deutschland liegt die zentrale Aufgabe deshalb weniger in der Einführung der Technologie als im systematischen Aufbau der benötigten Kompetenzen.

