21.08.2026

Meldung, Wirtschaftsrecht

KI-Agenten schaffen neue Compliance-Probleme

KI-Systeme sollen immer selbstständiger handeln, doch die Verantwortung soll weiterhin beim Menschen liegen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Unternehmen deshalb dringend klare Regeln für Kontrolle, Zuständigkeiten und Compliance benötigen.

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Acht von zehn Unternehmen in der DACH-Region bestehen darauf, dass bei neuen KI-Prozessen am Ende immer der Mensch entscheidet. Gleichzeitig hält mehr als die Hälfte es für wahrscheinlich, dass KI-Systeme künftig wichtige Geschäftsentscheidungen selbstständig treffen – 19% sogar für sehr wahrscheinlich. Diesen Widerspruch zeigt der DXC Digital Future Monitor 2026, für den DXC Technology 300 Fach- und Führungskräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt hat.

Mehr KI-Autonomie, mehr Verantwortung

Der Wandel ist aus Sicht der Unternehmen bereits im Gange: 71% erwarten, dass die Zahl virtueller KI-Agenten am Arbeitsplatz in den kommenden drei Jahren sprunghaft steigt. 74% gehen davon aus, dass künftiger Geschäftserfolg Teams aus Mensch und KI-Agenten voraussetzt. Und 75% rechnen damit, dass Systeme bei wichtigen Entscheidungen zumindest konsultiert werden, auch wenn der Mensch formal entscheidet. Damit wächst der Druck, Zuständigkeiten, Kontrolle und Governance klar zu regeln. „Die gefährlichste Annahme ist zu glauben, man habe es unter Kontrolle“, sagt Ramsés Gallego, Chief Technologist Cybersecurity bei DXC Technology. „Sobald ein System eigenständig handelt, entstehen Verantwortungsfragen, die vorher niemand gestellt hat. Governance muss vor dem ersten autonomen Schritt stehen – nicht danach, wenn Compliance-Probleme bereits da sind.“

Governance hinkt hinterher

66% der Unternehmen berichten, durch intransparente KI-Entscheidungen bereits neue Compliance-Aufgaben zu haben. Für DXC ist das ein Beleg dafür, dass Autonomie ohne Regeln zunächst Risiken schafft, bevor sie Vorteile bringt. DXC empfiehlt Unternehmen deshalb, Governance-Strukturen aus Policy-Vorgaben, technischen Schutzmechanismen und menschlicher Aufsicht zu etablieren, bevor KI-Systemen mehr Entscheidungsspielraum gegeben wird. „Autonomie ohne Aufsicht ist kein Fortschritt, sondern ein Risiko“, so Gallego. „Vertrauen ist wichtig, Kontrolle aber unverzichtbar. Genau das ist der Kern guter Governance in einer Welt, in der Systeme zunehmend selbstständig entscheiden.“

Für den DXC Digital Future Monitor 2026 befragte das Marktforschungsinstitut Toluna im März 2026 insgesamt 300 Fach- und Führungskräfte mit strategischer Verantwortung für Digitalisierung, IT, operative Technologien oder vernetzte Lösungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.


DXC Technology Company vom 18.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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