23.04.2019

Meldung, Steuerrecht

Keine Quellensteuer auf Online-Werbung

Beitrag mit Bild

©Marco2811/fotolia.com

Vergütungen, die inländische Unternehmen an ausländische Plattformbetreiber und Internetdienstleister für die Platzierung oder Vermittlung von elektronischer Werbung auf Internetseiten zahlen, unterliegen keiner Quellensteuer. Dies hat die Bundesregierung jetzt in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP klargestellt.

Im Februar wurde bekannt, dass bayerische Betriebsprüfer im Finanzamt München III dazu übergegangen waren, Betriebsausgaben für Suchmaschinenwerbung an ausländische Marketinganbieter mit einer „Sonderabgabe“ zu belasten. Ein Unternehmen, das zum Beispiel bei Google Werbung schaltet, sollte nun eine 15-prozentige sogenannte Quellensteuer zahlen. 10 Mio. Euro für digitale Werbung machten also zusätzlich 1,5 Mio. Euro für den Fiskus.

Werbung nicht als Betriebsausgabe

Die Erklärung dahinter lautete, die Aufwendungen für eine Suchmaschinenwerbung seien nicht als normale (Betriebs-)Ausgaben, sondern als Entgelt für die Nutzung von Algorithmen zu werten, um beispielsweise bei Google attraktiver platziert zu werden. Diese Einstufung führe zu der steuerrechtlichen Konsequenz, dass der § 50a Abs. 1 Ziff. 3 EStG greife, der für Lizenzzahlungen ins Ausland eine Quellensteuer i. H. v. 15 % vorsehe.

Einheitliche Auffassung zu Plattformen

Die Bundesregierung vertritt ebenso wie die obersten Finanzbehörden der Länder als Ergebnis der fachlichen Abstimmung zu dieser Frage die Auffassung, dass Vergütungen, die inländische Unternehmen an ausländische Plattformbetreiber und Internetdienstleister für die Platzierung oder Vermittlung von elektronischer Werbung auf Internetseiten zahlen, nicht dem Steuerabzug nach § 50a Abs. 1 Nr. 3 EStG unterliegen. Solche Zahlungen werden für die Erbringung einer nicht zum Steuerabzug nach § 50a Abs. 1 Nr. 3 EStG verpflichtenden Dienstleistung geleistet. Es liegt insoweit weder eine steuerabzugspflichtige zeitlich begrenzte Rechteüberlassung nach § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. f EStG vor noch eine zum Steuerabzug verpflichtende Vergütung für die Nutzung von Know-how nach § 49 Abs. 1 Nr. 9 EStG.

(Dt. Bundestag, hib vom 18.04.2019 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

Unsere Empfehlung für tiefergehende Recherchen zum Thema Steuerrecht:
Owlit-Modul „Steuerrecht (Erich Schmidt)“


Weitere Meldungen


Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com


14.01.2026

Werterhöhung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft als Schenkung

Eine steuerpflichtige Schenkung durch Werterhöhung von Gesellschaftsanteilen kann auch dann vorliegen, wenn der Leistende sich der Unentgeltlichkeit nicht bewusst ist.

weiterlesen
Werterhöhung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft als Schenkung

Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com


14.01.2026

6 von 10 Beschäftigten melden sich trotz Arbeits­fähig­keit krank

Vor allem junge Beschäftigte zwischen 18 und 29 Jahren ziehen regelmäßig die Reißleine: 45% treffen die Bettkantenentscheidung, davon 11% sogar häufig.

weiterlesen
6 von 10 Beschäftigten melden sich trotz Arbeits­fähig­keit krank

Meldung

©JürgenFälchle/fotolia.com


13.01.2026

Energiepreispauschale auch für Rentner einkommensteuerpflichtig

Die einmalig gezahlte Energiepreispauschale ist auch bei Rentnern einkommensteuerpflichtig; das Sächsische FG hält diese für verfassungsgemäß.

weiterlesen
Energiepreispauschale auch für Rentner einkommensteuerpflichtig
DER BETRIEB Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul DER BETRIEB im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)