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16.09.2019

Arbeitsrecht, Meldung

Jeder Zweite wünscht sich Vertrauensarbeitszeit

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©Egor/fotolia.com

Mobiles Arbeiten ohne festen Schreibtisch, flache Hierarchien und Vertrauensarbeitszeit: Die große Mehrheit der Berufstätigen ist offen für moderne Arbeitskonzepte, die auch unter dem Schlagwort „New Work“ zusammengefasst werden.

Neun von zehn (92 %) Arbeitnehmers stehen New-Work-Konzepten sehr oder eher aufgeschlossen gegenüber – nur 6 % lehnen diese ab. Die allermeisten Berufstätigen möchten einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen und stellen an ihren Arbeitgeber hohe moralische Ansprüche, etwa was die soziale Verantwortung angeht.

Eng damit verbunden ist die Digitalisierung der Arbeitswelt: Schon neun von zehn Berufstätigen (91 %) messen digitalen Technologien eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei (2017: 80 %). Die Mehrheit (55 %) rechnet damit, dass sich ihr Arbeitsplatz bis 2030 durch neue Technologien verändern wird – Sorge vor einem Job-Verlust haben aber nur die wenigsten (8 %). Insgesamt sehen zwei Drittel (66 %) in der Digitalisierung eine Chance für ihre berufliche Situation, ein Drittel (32 %) eine Gefahr. Das sind die zentralen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 1.002 Berufstätigen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Digitalkompetenz wird immer wichtiger für beruflichen Erfolg

Im Job wird Digitalkompetenz immer mehr zur Schlüsselqualifikation. Schon drei von zehn Berufstätigen (30 %) meinen, Digitalkompetenz werde künftig die wichtigste Fähigkeit überhaupt für ihren Arbeitsplatz sein. 2017 waren es erst 8 %. Sieben von zehn (68 %; 2017: 77 %) glauben, Digitalkompetenz werde zumindest genauso wichtig sein wie fachliche oder soziale Kompetenz. Dass Digitalkompetenz künftig von untergeordneter Bedeutung sein werde, glaubt mittlerweile niemand mehr (0 %). 2017 waren es noch 11 %.

Persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche

Mit New Work verbinden Berufstätige persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche. Auf persönlicher Ebene möchten sich nahezu alle (96 %) ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 94 % sagen, dass es ihnen wichtig ist, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. 93 % wünschen sich flache Hierarchien. 90 % möchten ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen. 82 % wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und 71 % befürworten regelmäßig wechselnde Arbeitsaufgaben, also Job-Rotation. Auf gesellschaftlicher Ebene haben Berufstätige hohe Ansprüche an Arbeitgeber. 96 % bekräftigen, ihr Arbeitgeber sollte Werte vertreten, mit denen sie sich identifizieren können. 92 % finden, ihr Arbeitgeber sollte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Und 72 % sind der Ansicht, dass auch Führungskräfte in Teilzeit arbeiten können sollten.

Vertrauensarbeitszeit: Frage der Arbeitszeiterfassung spaltet Berufstätige

Gespalten sind Berufstätige in der Frage, ob ihre Arbeitszeit genau dokumentiert werden sollte oder nicht. Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2019 müssen künftig alle Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen. Wenn die Berufstätigen selbst wählen könnten, würde eine Mehrheit (53 %) lieber das Prinzip der Vertrauensarbeitszeit bevorzugen. Dagegen befürworten 41 % die genaue Arbeitszeiterfassung. Die große Mehrheit der abhängig Beschäftigten macht das bereits. 77 %, weil es der Arbeitgeber vorschreibt, und 13 % aus eigenen Stücken.

Gleichstellung ist auch Männern wichtig

Die Gleichstellung der Geschlechter ist Berufstätigen ein wichtiges Anliegen. Praktisch alle (97 %) fordern, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollten. Diese Forderung wird von Frauen und Männern gleichermaßen erhoben. Acht von zehn (79 %) meinen, dass divers zusammengesetzte Teams, etwa mit Unterschieden in Geschlecht, Alter oder Herkunft, bessere Arbeitsergebnisse liefern. In den Chefetagen ist das Thema nach Meinung der meisten angekommen: Neun von zehn (87 %) sagen, ihr Arbeitgeber nehme das Thema Gleichstellung ernst. Allerdings erklären lediglich sechs von zehn (57 %), bei ihrem Arbeitgeber gebe es Frauen in Führungspositionen.

(Bitkom, PM vom 11.09.2019 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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