• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • IW-Bankenmonitor 2015: Schleppende Kreditentwicklung

15.10.2015

Betriebswirtschaft, Meldung

IW-Bankenmonitor 2015: Schleppende Kreditentwicklung

Beitrag mit Bild

Auch deutsche Banken stellen der Wirtschaft weniger Geld zur Verfügung als früher.

Die Banken im Euroraum haben die Kreditvergabe an Unternehmen und Privathaushalte in den vergangenen Jahren reduziert, während sie mehr Geld in Staatsanleihen gesteckt haben. Das könnte gefährlich werden, wie der „Bankenmonitor 2015“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt.

Der Fehler liegt im System: Noch immer dürfen Europas Banken Staatsanleihen der Euroländer kaufen, ohne dafür Eigenkapital aufzuwenden. Kredite an Firmen und Privatpersonen sind hingegen nur mit ausreichend Eigenkapital möglich. Zudem gibt es für den Kauf von Staatsanleihen keine sog. Großkreditbeschränkung, die Banken verbietet, zu viele Anleihen eines Staates zu erwerben. Die Niedrigzinsen tun ein Übriges, um den Kauf von Staatsanleihen rentabler als die Kreditvergabe zu machen.

Weniger Geld für die Wirtschaft

Der IW-Bankenmonitor zeigt auch, dass der staatlich verordnete Eigenkapitalaufbau der Banken dazu geführt hat, dass sie der Wirtschaft weniger Geld zur Verfügung stellen als früher. Dadurch kommt die Konjunktur im Euroraum nur langsam in Schwung: „Wenn sich Unternehmen nur schwer Geld leihen können, können sie nicht investieren und das Wachstum bleibt auf der Strecke“, erklärt IW-Finanzexperte Markus Demary.

Großkreditbeschränkung bei Staatsanleihen erforderlich?

Für die Finanzexperten des IW Köln gibt es nur einen Weg aus der Misere: Zum einen müssen Staatsanleihen risikoabhängig mit Eigenkapital unterlegt werden. Zum anderen ist eine Großkreditbeschränkung bei Staatsanleihen nötig. Das IW empfiehlt, das Engagement für einen einzelnen Schuldner auf 25 Prozent des Eigenkapitals zu deckeln, so wie es schon heute bei Krediten an Wirtschaftsunternehmen üblich ist.

Lockerung der Bankenregulierung?

An anderer Stelle wäre es laut IW Köln allerdings sinnvoll, die Regulierung zu lockern: Der Bankenmonitor belegt, dass einlagenstarke sowie profitable Banken mehr Kredite vergeben als die weniger profitable Konkurrenz. Denn die profitablen Banken sind den Risiken des Kapitalmarktes weniger stark ausgesetzt und sie können leichter Eigenkapital aufbauen. „Die Bankenregulierung

(IW Köln / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Meldung

©alphaspirit/123rf.com


03.07.2026

Reformpaket: Koalition plant steuerliche Entlastungen und weniger Bürokratie

Das Reformpaket zeigt den politischen Willen, Deutschland wirtschaftlich wettbewerbsfähiger und zugleich sozial stabil zu halten.

weiterlesen
Reformpaket: Koalition plant steuerliche Entlastungen und weniger Bürokratie

Meldung

saiarlawka/123rf.com


03.07.2026

DRSC-Studie zeigt Lücken bei Nachhaltigkeitsangaben

Das DRSC zeigt in einer Studie, dass Nachhaltigkeitsberichte zwar zunehmend vorkommen, aber häufig uneinheitlich, unvollständig und schwer vergleichbar sind.

weiterlesen
DRSC-Studie zeigt Lücken bei Nachhaltigkeitsangaben

Meldung

© Robert Kneschke /fotolia.com


02.07.2026

Spekulationssteuer: BFH bestätigt klare Fristregel

Bei Immobilienverkäufen entscheidet der Vertragsabschluss über die Einhaltung der steuerlichen Zehn-Jahres-Frist, so der BFH.

weiterlesen
Spekulationssteuer: BFH bestätigt klare Fristregel
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht