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14.08.2025

Arbeitsrecht, Meldung

In familienfreundlichen Betrieben nehmen Väter häufiger Elternzeit

Daten des IAB zeigen: Die Entscheidung von Vätern, in Elternzeit zu gehen, hängt stark vom Betrieb ab, in dem sie tätig sind. So ist der Anteil der Väter, die Elternzeit in Anspruch nehmen, in Betrieben mit familienfreundlichen Maßnahmen höher als in solchen ohne entsprechende Angebote.

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©asbe24/fotolia.com

Mit der Einführung des Elterngeldes 2007 sollte die Beteiligung von Vätern an der Kinderbetreuung gestärkt werden. Insbesondere die sogenannten „Partnermonate“ sollten Anreize schaffen: Zwei zusätzliche Monate Elterngeld erhalten nur jene Familien, in denen beide Elternteile mindestens zwei Monate Elternzeit nehmen. Tatsächlich ist der Anteil der Väter, die Elterngeld beanspruchen, seitdem gestiegen. Dennoch verzichten nach wie vor viele Männer auf eine Elternzeit oder nutzen nur das Minimum von zwei Monaten – oft aus Angst vor Nachteilen im Beruf.

Einfluss der betrieblichen Familienfreundlichkeit

Eine zentrale Rolle bei dieser Entscheidung scheint das betriebliche Umfeld zu spielen. Anhand von Daten verheirateter Väter, deren erstes Kind zwischen 2007 und 2014 geboren wurde, wurde untersucht, ob familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb die Inanspruchnahme von Elternzeit beeinflussen.

Ein „Index für Familienfreundlichkeit“ wurde gebildet, basierend auf drei Maßnahmen:

  1. Kinderbetreuungsangebote
  2. Angebote während der Elternzeit (z. B. Weiterbildung)
  3. Langzeitkonten zur Freistellung

Je mehr dieser Maßnahmen ein Betrieb anbietet, desto höher ist der Anteil an Vätern, die Elternzeit nehmen.

Klare Unterschiede bei der Nutzung von Elternzeit

In Betrieben ohne familienfreundliche Maßnahmen verzichten 88 % der Väter auf Elternzeit. In Betrieben mit allen drei Maßnahmen sinkt dieser Anteil auf 81 %. Gleichzeitig steigt der Anteil der Väter, die zumindest bis zu zwei Monate Elternzeit nehmen. Allerdings bleibt die Zahl der Väter, die mehr als zwei Monate pausieren, insgesamt niedrig (zwischen 2 und 4 %), unabhängig vom betrieblichen Angebot.

Statistisch überprüft: Zusammenhang bleibt bestehen

Auch unter Berücksichtigung persönlicher Merkmale der Väter (wie Bildung, Alter oder Einkommen) sowie betrieblicher Merkmale (Branche, Tarifbindung etc.) bleibt der positive Zusammenhang zwischen Familienfreundlichkeit im Betrieb und Elternzeitnutzung bestehen, allerdings nur bezogen auf die grundsätzliche Entscheidung zur Elternzeit. Für längere Unterbrechungen über zwei Monate hinaus verliert der Zusammenhang an statistischer Signifikanz.

Fazit: Betriebsklima als Schlüssel zur Gleichstellung

Die Analyse des IAB zeigt: Familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Väter Elternzeit nehmen, wenn auch meist nur für kurze Zeit. Ein familienfreundliches Klima im Betrieb kann Vätern den Einstieg in die Kinderbetreuung erleichtern und so zur Entlastung von Müttern und zur Gleichstellung von Erwerbs- und Familienarbeit beitragen.


IAB vom 28.07.2025 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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