03.01.2020

Rechtsboard

Halbzeitbilanz der GroKo im Unternehmensrecht

Wie steht es zur (mutmaßlichen) Halbzeit der Großen Koalition um ihre unternehmensrechtlichen Vorhaben? Was könnte noch kommen? Im Grunde alles! Denn von den im Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben ist bislang nicht eines umgesetzt worden. Das vieldiskutierte ARUG II, das seit Jahresanfang in Kraft (aber weithin nicht in Anwendung) ist, kommt dort gar nicht vor, da es sich um ein europarechtlich gebotenes Umsetzungsgesetz handelt.Schauen wir auf die Ankündigungen und den aktuellen Stand der Dinge. Der Koalitionsvertrag v. 7.2.2018 sieht im Einzelnen vor:

Nachhaltigkeitsbericht: Die Herausforderung erfolgreich meistern

„Neues

Sanktionsrecht für Unternehmen

.“ Der regierungsintern noch nicht abgestimmte Referentenentwurf eines Verbandssanktionengesetzes wurde im Herbst 2019 vom BMJV selbst geleakt (was es nicht alles gibt), dann zurückgezogen – seither gibt es aufgeregte Aufsätze und Tagungen, aber nichts Offizielles mehr dazu. „Wir werden das

Personengesellschaftsrecht reformieren“.

Es tagt eine Expertenkommission zur Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (Mitglieder: Bergmann, Grunewald, Hermanns, Liebscher, Roßkopf, C.Schäfer, Wedemann, Wertenbruch). Im Frühjahr 2020 soll es einen Bericht dieser Kommission geben. „Das BMJV beabsichtigt, nach Abschluss der Arbeiten der Expertenkommission einen Referentenentwurf zur Reform des Personengesellschaftsrechts vorzulegen. Im Zuge der Entwurfserstellung wird geprüft, inwieweit auch die Arbeitsergebnisse der Kommission in dem Modernisierungsgesetz aufgegriffen werden können.“ (BT-Drucks. 19/7366, S. 8). „Im

aktienrechtlichen Beschlussmängelrecht

werden wir … Brüche und Wertungswidersprüche beseitigen.“ Der Deutsche Juristentag 2018 in Leipzig hat sich damit befasst – aber bislang noch nicht öffentlich die Bundesregierung. Ob da noch was kommt? „Wir prüfen, ob zur Erleichterung von

Forschungskooperationen

eine

neue Rechtsform

für diese Art der Zusammenarbeit eingeführt werden sollte“. Über den Hintergrund dieser Prüfaufgabe gibt es manche Mutmaßung. Es wird dabei nichts herauskommen. „Im Interesse von bürgerschaftlichen Initiativen (streben wir)

Verbesserungen im Vereinsrecht

an.“ Nichts gehört und gesehen. Gäbe es etwas, würde das ein Thema für den 5. Vereinsrechtstag sein, ist es aber nicht. Die

Online-Registrierung von Kapitalgesellschaften

und deren

grenzüberschreitenden Sitzverlegung

wurden im Koalitionsvertrag als europäische Projekte ebenfalls genannt. Im April 2019 wurden die entsprechenden EU-Richtlinien (Company Law Package) verabschiedet. Die Online-Gründung ist bis zum 1.8.2021 umzusetzen, die Mobilitäts-Richtlinie erst bis zum 31.1.2023. Das BMJV hat eine Expertenkommission eingesetzt (bestehend aus Prof. Dr. Christoph Teichmann, Prof. Dr. Heribert Heckschen, Dr. Susanne Zwirlein und Prof. Dr. Jessica Schmidt). „Dort, wo erforderlich, werden wir das

Kartellrecht modernisieren

„. Dazu gibt es seit Oktober 2019 einen Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie „für ein fokussiertes, proaktives und digitales Wettbewerbsrecht 4.0 (GWB-Digitalisierungsgesetz)„. Umzusetzen noch in dieser Wahlperiode ist auch die unternehmensrechtlich bedeutsame

Richtlinie über Restrukturierung und Insolvenz

(EU 2019/1023), und zwar im Wesentlichen bis zum 17.7.2021.  


, , ,

Weitere Meldungen


Steuerboard

Vincent Walch


20.03.2026

BFH bestätigt: Zinsen auf Gewerbesteuererstattungen sind steuerpflichtig

Mit Urteil vom 26.09.2025 (IV R 16/23) hat der BFH entschieden, dass Zinsen nach § 233a AO auf eine Erstattung von Gewerbesteuer bei der steuerlichen Gewinnermittlung als Betriebseinnahmen zu erfassen sind.

weiterlesen
BFH bestätigt: Zinsen auf Gewerbesteuererstattungen sind steuerpflichtig

Meldung

©marog-pixcells/fotolia.com


20.03.2026

Kein Schadensersatz bei missbräuchlichen DSGVO-Auskunftsanträgen

Missbräuchlich gestellte DSGVO-Auskunftsanträge können ausnahmsweise exzessiv sein und spätere Schadensersatzansprüche ausschließen.

weiterlesen
Kein Schadensersatz bei missbräuchlichen DSGVO-Auskunftsanträgen

Meldung

© diyanadimitrova/fotolia.com


20.03.2026

Solarpark-Verkauf in Teilen bleibt umsatzsteuerpflichtig

Der BFH stellt klar, dass der Verkauf aufgeteilter Solarpark-Teilanlagen umsatzsteuerpflichtig bleibt, wenn der bisherige Betreiber weiterhin die Netzeinspeisung und EEG-Vergütung steuert.

weiterlesen
Solarpark-Verkauf in Teilen bleibt umsatzsteuerpflichtig
DER BETRIEB Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul DER BETRIEB im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)