Die Gehaltsbudgets deutscher Unternehmen stabilisieren sich, allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Laut der aktuellen Salary Budget Planning Survey von WTW steigen die Gehälter 2026 im Median um 3,1%. Für 2027 sind 3,2% geplant. In Spanien liegen die Erhöhungen 2026 bei 3,2%, in Großbritannien und den USA bei jeweils 3,5% und in Südkorea bei 4,0%. An der Befragung beteiligten sich 880 Unternehmen aus Deutschland.
Kaum realer Kaufkraftgewinn
Bei einer Inflationsrate von 2,9% im August 2026 ergibt sich für Beschäftigte rechnerisch nur ein realer Kaufkraftzuwachs von 0,2%. Zum Vergleich: 2023 waren die Reallöhne angesichts von 6,2% Inflation und Gehaltssteigerungen von 4,0% noch um 2,2% gesunken.
Gleichzeitig geraten die Budgets stärker unter Kostendruck. 41% der Unternehmen blieben 2026 unter ihrer ursprünglich geplanten Gehaltssumme, lediglich 22% gaben mehr aus. Als Gründe nennen sie vor allem Kostenmanagement, schwächere Geschäftsergebnisse und Inflation.
Leistung entscheidet stärker über das Plus
Entscheidend verändert sich die Verteilung der Gehaltserhöhungen. 63% der Unternehmen nehmen individuelle Anpassungen vor. Beschäftigte mit der höchsten Leistungsbewertung erhalten durchschnittlich 5,2% mehr Gehalt, durchschnittlich Bewertete 2,7% und unterdurchschnittlich Bewertete 1,3%. „Die pauschale Gehaltsrunde ist außerhalb des tariflichen Geltungsbereichs weitgehend Geschichte“, sagt Nicole Fischer, Managing Director Work & Rewards bei WTW. Unternehmen differenzierten zunehmend nach Leistung, Funktion und strategischer Bedeutung.
Auch zwischen Branchen wächst die Spreizung. Pharma und Life Sciences kommen 2026 auf 3,2% und planen für 2027 3,4%. Chemie, Handel und Technologie liegen bei jeweils 3,0%. Parallel bleibt die Beschäftigung verhalten: 74% der Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahl stabil halten, 11% planen Wachstum und 15% Stellenabbau.

