07.09.2017

Meldung, Wirtschaftsrecht

FinTechs: Banken sind misstrauisch

Beitrag mit Bild

©chombosan/fotolia.com

Eine aktuelle Studie belegt: Bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts setzen Banken kaum auf Zusammenarbeit mit FinTechs. Die Institute erwarten sich von den Start-Ups keine wesentlichen Impulse für ihr Geschäft und spüren zugleich den verschärften Wettbewerbsdruck durch die junge Konkurrenz.

FinTechs spielen für Banken bei der Digitalisierung des Kreditgeschäfts kaum eine Rolle. Nicht einmal jedes zehnte Institut setzt auf strategische Kooperationen mit einem FinTech. 14 % der Institute haben FinTechs zumindest teilweise in ihre Digitalstrategie für das Privatkundengeschäft einbezogen. Im Firmenkundengeschäft scheinen die Banken etwas weiter zu sein. Dort setzt immerhin ein Drittel teilweise auf Kooperationen mit den Start-Ups. Dies sind Ergebnisse einer detaillierten Befragung von 43 deutschen Universalbanken, Sparkassen, Volksbanken und Spezialbanken durch die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC.

Keine wesentlichen Impulse erwartet

Die Institute sehen laut Studie bisher auch wenig Veranlassung, mit FinTechs zu kooperieren. Stärkere Impulse durch eine Zusammenarbeit werden höchstens für die Vertriebskanäle erwartet: Im Bereich Konsumentenkredit sieht das ein Drittel der Befragten so, im Bereich Baufinanzierung rechnet die Hälfte damit. Insgesamt entstehen aber aus Sicht der Banken keine wesentlichen Potenziale aus der Zusammenarbeit mit FinTechs. So erwarten drei Viertel der Institute im Konsumentenkreditgeschäft explizit keine Auswirkungen auf Marketing und Image und auf Schnittstellen. Die Hälfte der Befragten verneint Konsequenzen für das Produktportfolio. 60 % halten die Prozesse für unberührt von möglichen FinTech-Kooperationen.

Wettbewerbsdruck: Banken sehen keinen Zwang zur Kooperation

Dabei sehen die Kreditinstitute durchaus einen erhöhten Wettbewerbsdruck aufgrund des Markteintritts neuer Konkurrenz – vor allem spezialisierter FinTechs, die bisher nur begrenzt regulatorischen Anforderungen unterliegen. Knapp jeder zehnte Befragte geht davon aus, dass dieser Druck in den kommenden drei Jahren noch zunehmen wird. „Umso erstaunlicher, dass die Banken sich mehrheitlich gegen Kooperationen mit FinTechs zu sträuben scheinen“, so Tomas Rederer, Partner bei PwC im Bereich Financial Services. Sein Rat: „Die Banken müssen ihre Angebote weiterentwickeln und ihr digitales Profil schärfen, etwa durch den Aufbau eines digitalen Partner-Ökosystems.“ Von der Kooperation mit neuen Marktteilnehmern könnten beide Seiten lernen und so das eigene Geschäftsmodell weiterentwickeln.

(PwC, PM vom 05.09.2017 / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Meldung

©Thomas Reimer/fotolia.com


29.09.2026

Sammelanderkonten: Verlängerung des Nichtbeanstandungserlasses bis Ende 2027

Anwaltliche Sammelanderkonten bleiben bis Ende 2027 von der praktischen Anwendung der CRS-Meldepflicht verschont.

weiterlesen
Sammelanderkonten: Verlängerung des Nichtbeanstandungserlasses bis Ende 2027

Meldung

saiarlawka/123rf.com


29.09.2026

EU-Kommission aktualisiert Tool für öffentliches Country-by-Country Reporting

Der aktualisierte EU-Report-Generator erleichtert Unternehmen die digitale Umsetzung der neuen Berichtspflichten zum pCbCR.

weiterlesen
EU-Kommission aktualisiert Tool für öffentliches Country-by-Country Reporting

Meldung

©stadtratte /fotolia.com


28.09.2026

Steuerfreie Einlagenrückgewähr: Nachweis muss deutschen Steuerregeln folgen

Für steuerfreie Einlagenrückgewähr aus EU-Gesellschaften reicht die ausländische Handelsbilanz als Nachweis grundsätzlich nicht aus.

weiterlesen
Steuerfreie Einlagenrückgewähr: Nachweis muss deutschen Steuerregeln folgen
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht