• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Finanzgericht lehnt Abzug von Pflegefahrten ab

04.08.2026

Meldung, Steuerrecht

Finanzgericht lehnt Abzug von Pflegefahrten ab

Fahrt-, Park- und Portokosten für die persönliche Unterstützung einer pflegebedürftigen Angehörigen sind nicht als außergewöhnliche Belastungen abziehbar, wenn die Hilfe auch durch Dritte hätte erbracht werden können.

Beitrag mit Bild

©stadtratte /fotolia.com

Das Finanzgericht Münster hat mit Urteil vom 26.06.2026 (4 K 2261/25 E) entschieden, dass Fahrt-, Park- und Portokosten im Zusammenhang mit der Pflege einer Angehörigen nicht automatisch als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind. Auch die seit 2021 geltende Neuregelung des Pflege-Pauschbetrags ändert daran nichts.

Streit um mehr als 6.700 € Pflegekosten

Die Kläger betreuten ihre 92-jährige, schwerbehinderte und pflegebedürftige Mutter beziehungsweise Schwiegermutter. Für 2021 machten sie unter anderem Kosten für 62 Fahrten zu deren Wohnung, weitere Fahrten vor Ort, Parkgebühren und Porto geltend. Statt des vom Finanzamt angesetzten Pflege-Pauschbetrags von 1.100 € wollten sie tatsächliche Aufwendungen von 6.702,58 € steuerlich berücksichtigt wissen.

Keine zwangsläufigen Aufwendungen

Das Finanzgericht Münster wies die Klage ab. Nach § 33 EStG sind Aufwendungen nur dann als außergewöhnliche Belastungen abziehbar, wenn sie dem Steuerpflichtigen zwangsläufig entstehen. Daran fehlte es nach Auffassung der Richter. Es sei nicht sittlich missbilligenswert gewesen, Pflege- und Unterstützungsleistungen teilweise auf professionelle Dienste oder andere Dritte zu übertragen.

Dies gelte auch angesichts der Entfernung von rund 300 Kilometern für Hin- und Rückfahrt. Die Kläger seien daher steuerrechtlich nicht gezwungen gewesen, sämtliche Fahrten selbst durchzuführen.

Pflege-Pauschbetrag ändert Voraussetzungen nicht

Auch die seit 2021 geltende Neufassung des § 33b Abs. 6 EStG führte zu keinem anderen Ergebnis. Sie erweitert zwar den Kreis der Anspruchsberechtigten und staffelt den Pflege-Pauschbetrag nach Pflegegraden. Die Voraussetzungen für den Nachweis höherer tatsächlicher Kosten nach § 33 EStG bleiben jedoch unverändert.

Die zusätzlichen Kosten für Fahrten vor Ort, Parkgebühren und Porto waren ebenfalls nicht abziehbar. Soweit sie unmittelbar der Pflege dienten, waren sie bereits durch den Pflege-Pauschbetrag abgegolten.


FG Münster vom 03.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Meldung

©kebox/fotolia.com


02.10.2026

EuGH-Generalanwalt begrenzt Geschäftsführerhaftung bei Kartellbußen

Kartellbußgelder sollen nach Ansicht des Generalanwalts beim sanktionierten Unternehmen verbleiben und nicht weitergereicht werden.

weiterlesen
EuGH-Generalanwalt begrenzt Geschäftsführerhaftung bei Kartellbußen

Meldung

©Dan Race/fotolia.com


02.10.2026

Porsche und VW: Anleger scheitern vor dem BGH

Der BGH setzt einen Schlusspunkt unter das langjährige Kapitalanleger-Musterverfahren im Zusammenhang mit dem Beteiligungsaufbau von Porsche bei VW.

weiterlesen
Porsche und VW: Anleger scheitern vor dem BGH

Der Betrieb


01.10.2026

Ihre Mandanten zahlen zu viel Steuern? Oder investieren sie einfach falsch?

Hohe Einkommen, hohe Vermögen, hohe Steuerlasten: Viele Ihrer Mandanten verdienen ausgezeichnet – und geben dennoch jedes Jahr erhebliche Beträge an den Fiskus ab.

weiterlesen
Ihre Mandanten zahlen zu viel Steuern? Oder investieren sie einfach falsch?
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht