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04.12.2017

Meldung, Steuerrecht

FG Neustadt zur regelmäßigen Arbeitsstätte von Zugbegleitern

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©stadtratte/fotolia.com

Eine Zug-Servicemitarbeiterin, die ihren Dienst täglich am selben Bahnhof beginnt und beendet, hat dort dennoch keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil sie ihre Haupttätigkeit im Zug erbringt.

Die Klägerin war als Zug-Servicemitarbeiterin bei der DB Fernverkehr AG beschäftigt und hatte für die Fahrten zwischen ihrem Wohnort und dem Bahnhof Köln (Dienstbeginn) von der Arbeitgeberin ein Job-Ticket erhalten. In ihrer Einkommensteuererklärung machte sie für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte die (vom genutzten Verkehrsmittel unabhängige) Werbungskostenpauschale geltend (= Entfernungskilometer x 0,30 Euro). Das Finanzamt stufte die Fahrten zwischen Wohnort und Bahnhof allerdings nicht als Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte, sondern als Dienstfahrten ein und erkannte wegen des Job-Tickets keine Werbungskosten an.

Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit ist im Zug

Die Klage hatte vor dem FG Neustadt keinen Erfolg (Urteil vom 23.11.2017 – 2 K 2581/14). Nach Auffassung des Finanzgerichts hat die Klägerin keine regelmäßige Arbeitsstätte, obwohl sie täglich ihren Dienst am selben Bahnhof beginne und beende. Entscheidend sei, wo sich der Mittelpunkt ihrer beruflichen Tätigkeit befinde. Schon ihre Berufsbezeichnung spreche dafür, dass dieser Mittelpunkt in den jeweiligen Zügen liege. Außerdem werde hier der Umsatz zugunsten der Arbeitgeberin generiert.

Auch Werbungskostenabzug scheidet aus

Bei den am Betriebssitz der Arbeitgeberin ausgeführten Tätigkeiten einschließlich der Einzahlung der Einnahmen nach Fahrtende handle es sich lediglich um arbeitsbegleitende Handlungen, die gegenüber der im Zug zu erbringenden Haupttätigkeit von nur geringem Gewicht seien. Die Klägerin habe daher in den jeweiligen Zügen eine Auswärtstätigkeit ausgeübt. Die Fahrten zwischen Wohnung und Bahnhof seien daher keine Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte, sondern Dienstreisen. Bei einer Auswärtstätigkeit bzw. Dienstreisen könnten zwar grundsätzlich alle dadurch verursachten Reisekosten als Werbungskosten abgezogen werden. Weil der Klägerin aufgrund ihres Job-Tickets allerdings keine eigenen Aufwendungen entstanden seien, scheide auch ein Werbungskostenabzug aus.

(FG Neustadt, PM vom 01.12.2017 / Viola C. Didier)


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