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12.10.2026

Betriebswirtschaft, Meldung

Fachkräftemangel wird zum Qualitätsrisiko im Accounting

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels, steigender regulatorischer Anforderungen und wachsender Qualitätsrisiken kommt das Rechnungswesen zunehmend an seine Grenzen. Schon mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht die Qualität ihrer Accountingprozesse gefährdet.

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©adrian_ilie825/fotolia.com

Der Fachkräftemangel wird für das Rechnungswesen deutscher Unternehmen zunehmend zum Risiko. Laut der PwC-Studie „Managed Accounting & Reporting Services 2026“, für die 100 Unternehmen befragt wurden, berichten 38 % von einem starken Fachkräftemangel. 60 % haben Schwierigkeiten, regulatorische Anforderungen zu erfüllen. 55 % sehen die Qualität ihrer Accountingprozesse gefährdet.

KI-Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt

Künstliche Intelligenz gilt als möglicher Ausweg. 76 % der Befragten erwarten, dass KI den Personalmangel zumindest teilweise ausgleichen kann. Doch die Umsetzung stockt. Erst 4 % haben ihre Prozesse umfassend auf KI ausgerichtet, 21 % arbeiten daran und 52 % befinden sich noch in der Planungsphase. Dabei ist die technische Grundlage vielerorts vorhanden: 85 % nutzen automatisierte Buchungs- und Workflow-Systeme. Entscheidend sei nun, Prozesse zu standardisieren und KI systematisch zu integrieren, betont PwC-Partner Mirsad Grizovic.

Accounting soll strategischer werden

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten (72 %), komplexere Finanzberichterstattung (71 %) und regulatorische Vorgaben (68 %) erhöhen den Druck. Das Rechnungswesen soll deshalb zunehmend strategische Aufgaben übernehmen. Bislang sehen 57 % der Befragten ihre Abteilungen in einer Mischrolle aus Backoffice und strategischer Beratung. Nur 9 % schreiben ihnen eine überwiegend strategische Funktion zu.

Externe Dienstleister gewinnen an Bedeutung

Um Fachkräfteengpässe zu überbrücken, setzen 35 % der Unternehmen bereits auf Managed Services. Wichtigster Beweggrund ist der Zugang zu spezialisiertem Fachwissen (59 %), gefolgt von der Entlastung beim Fachkräftemangel (57 %). Kostenvorteile nennen lediglich 32 %.

PwC empfiehlt, standardisierte Prozesse stärker zu automatisieren, KI gezielt einzusetzen und externe Partner einzubinden. Langfristig könnte sich das Accounting so vom klassischen Backoffice zum strategischen Werttreiber entwickeln.


PwC vom 09.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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