Der Fachkräftemangel wird für das Rechnungswesen deutscher Unternehmen zunehmend zum Risiko. Laut der PwC-Studie „Managed Accounting & Reporting Services 2026“, für die 100 Unternehmen befragt wurden, berichten 38 % von einem starken Fachkräftemangel. 60 % haben Schwierigkeiten, regulatorische Anforderungen zu erfüllen. 55 % sehen die Qualität ihrer Accountingprozesse gefährdet.
KI-Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt
Künstliche Intelligenz gilt als möglicher Ausweg. 76 % der Befragten erwarten, dass KI den Personalmangel zumindest teilweise ausgleichen kann. Doch die Umsetzung stockt. Erst 4 % haben ihre Prozesse umfassend auf KI ausgerichtet, 21 % arbeiten daran und 52 % befinden sich noch in der Planungsphase. Dabei ist die technische Grundlage vielerorts vorhanden: 85 % nutzen automatisierte Buchungs- und Workflow-Systeme. Entscheidend sei nun, Prozesse zu standardisieren und KI systematisch zu integrieren, betont PwC-Partner Mirsad Grizovic.
Accounting soll strategischer werden
Gleichzeitig wachsen die Anforderungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten (72 %), komplexere Finanzberichterstattung (71 %) und regulatorische Vorgaben (68 %) erhöhen den Druck. Das Rechnungswesen soll deshalb zunehmend strategische Aufgaben übernehmen. Bislang sehen 57 % der Befragten ihre Abteilungen in einer Mischrolle aus Backoffice und strategischer Beratung. Nur 9 % schreiben ihnen eine überwiegend strategische Funktion zu.
Externe Dienstleister gewinnen an Bedeutung
Um Fachkräfteengpässe zu überbrücken, setzen 35 % der Unternehmen bereits auf Managed Services. Wichtigster Beweggrund ist der Zugang zu spezialisiertem Fachwissen (59 %), gefolgt von der Entlastung beim Fachkräftemangel (57 %). Kostenvorteile nennen lediglich 32 %.
PwC empfiehlt, standardisierte Prozesse stärker zu automatisieren, KI gezielt einzusetzen und externe Partner einzubinden. Langfristig könnte sich das Accounting so vom klassischen Backoffice zum strategischen Werttreiber entwickeln.

