26.11.2015

Arbeitsrecht, Meldung

Fachkräftemangel und Azubi-Engpässe

Beitrag mit Bild

Ausbildung statt Studium: Immer mehr Unternehmen leiden unter einem Azubi-Mangel.

In Deutschland fehlt es immer häufiger an Fachkräften – und das zeichnet sich schon bei den Auszubildenden ab: In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl unbesetzter Lehrstellen verdreifacht. Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen Regionen und Berufen, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Immer mehr Schüler machen Abitur und entscheiden sich dann für ein Studium. Diese Entwicklung ist einer der Gründe, warum es vielen Unternehmen mittlerweile schwer fällt, geeignete Auszubildende zu finden. Besonders hart trifft es Firmen in Ostdeutschland und Bayern, wie die IW-Untersuchung zeigt. Im Arbeitsagenturbezirk Greifswald blieb 2014 fast jede vierte Ausbildungsstelle unbesetzt (23,6 Prozent), in Passau waren es 14,6 Prozent. Die Gründe sind unterschiedlich: In Ostdeutschland ist die Zahl der Schulabgänger stark gesunken, in Bayern boomt die Wirtschaft, wodurch es einen steigenden Bedarf an Fachkräften und Azubis gibt.

Nicht jeder Beruf ist gleich beliebt

Zudem kommt es auf das jeweilige Berufsfeld an, ob Unternehmen schwerer oder leichter Azubis finden. So blieben 2014 im Bereich „Unternehmensorganisation und Verwaltung“ bundesweit lediglich 2,5 Prozent der Stellen unbesetzt. Ganz anders sieht es in Lebensmittelberufen bei Köchen, Fleischern und Bäckern aus – hier fehlten für 19,1 Prozent der Ausbildungsplätze geeignete Bewerber.

KMU sollen überregional suchen

„Arbeitgeber müssen leistungsschwächeren Schülern noch öfter eine Chance geben, aber dafür brauchen sie auch mehr externe Unterstützung“, fordert IW-Berufsforscher Sebastian Bußmann. Etwa durch die assistierte Ausbildung, bei der förderbedürftige Jugendliche und Ausbildungsbetriebe gleichermaßen unterstützt werden. Zugleich sollten Firmen versuchen, mehr Abiturienten von einer Ausbildung zu überzeugen und überregionaler denken. Denn bislang suchen gerade kleine und mittlere Unternehmen ihre Lehrlinge vor Ort. „Mit einfachen Mitteln wie Online-Anzeigen können Firmen ihre Stellen überregional bekannt machen und mehr Azubis anlocken“, sagt Bußmann.

(IW Köln, PM vom 25.11.2015 / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Meldung

© forkART Photography/fotolia.com


20.04.2026

Arbeitsgericht stärkt Kündigungsschutz von Betriebsratsmitgliedern

Die fristlose Kündigung einer Betriebsrätin scheiterte, weil Pflichtverstoß und Verhältnismäßigkeit das Gericht nicht überzeugten.

weiterlesen
Arbeitsgericht stärkt Kündigungsschutz von Betriebsratsmitgliedern

Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com


20.04.2026

Bundestag beschließt Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie

Der Bundestag hat strengere Regeln für Verbraucherkredite beschlossen und zugleich eine Rechtsgrundlage für die Förderung neuer E-Autos geschaffen.

weiterlesen
Bundestag beschließt Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie

Meldung

©jeremiasmünch/fotolia.com


17.04.2026

Vermögensauskunft: Anwalt muss Mandantenforderungen offenlegen

Rechtsanwälte müssen bei der Vermögensauskunft auch Mandantenforderungen offenlegen, trotz berufsrechtlicher Schweigepflicht.

weiterlesen
Vermögensauskunft: Anwalt muss Mandantenforderungen offenlegen
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht