• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • EuGH zu an Fremdwährung gekoppelten Kreditverträgen

07.10.2019

Meldung, Wirtschaftsrecht

EuGH zu an Fremdwährung gekoppelten Kreditverträgen

Beitrag mit Bild

©ferkelraggae/fotolia.com

Dürfen in Darlehensverträgen, die an eine Fremdwährung gekoppelt sind, missbräuchliche Klauseln über die Wechselkursdifferenz durch allgemeine Bestimmungen des polnischen Zivilrechts ersetzt werden? Mit dieser Frage hat sich jetzt der EuGH befasst. 

In Verbraucherdarlehensverträgen, die in Polen geschlossen wurden und an eine Fremdwährung gekoppelt sind, dürfen missbräuchliche Klauseln über die Wechselkursdifferenz nicht durch Bestimmungen des polnischen Zivilrechts ersetzt werden. Dies entschied der EuGH in seinem Urteil vom 03.10.2019 (C-260/18).

Kreditverträge waren an Fremdwährung gekoppelt

Im konkreten Fall schlossen polnische Eheleute im Jahr 2008 mit einer Bank einen Darlehensvertrag. Darin profitierten sie von einem gegenüber dem polnischen Zloty (PLN) niedrigeren, an den Schweizer Franken (CHF) gekoppelten Zinssatz. Die Eheleute machten unter Berufung auf die Richtlinie 93/13/EWG über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen die Unwirksamkeit des Darlehensvertrags geltend. Zugleich verlangten sie die Zugrundelegung des günstigeren, an den CHF gekoppelten Zinses.

Urteil: Verbraucherschutz hat Priorität

Nach der Richtlinie bleibt ein Vertrag im Übrigen wirksam, sofern er ohne die missbräuchlichen Klauseln bestehen kann und der Fortbestand des Vertrags innerstaatlich rechtlich möglich ist. Dies stellt der EuGH in seinem Urteil klar. Nach dem polnischen Recht ist eine Änderung des Vertrags offenkundig rechtlich unmöglich. Damit steht die Richtlinie der Unwirksamkeit des Vertrags nicht entgegen. Begehrt der Verbraucher jedoch die Abwendung nachteiliger Rechtsfolgen, die sich aus der Unwirksamkeit eines Vertrags ergeben, muss er hiervor geschützt werden.

(DAV, EiÜ vom 04.10.2019 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

Unsere Empfehlung für tiefergehende Recherchen zum Thema Wirtschaftsrecht:
Owlit-Modul „Bank- und Kapitalmarktrecht (Erich Schmidt)“


Weitere Meldungen


Meldung

©Dan Race/fotolia.com


05.03.2026

Wirecard-Komplex: Kreditgebende Banken fallen nicht unter das Kapitalanleger-Musterverfahren

Der BGH stellt klar, dass das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz ausschließlich für Kapitalanleger gedacht ist und nicht für kreditgebende Banken.

weiterlesen
Wirecard-Komplex: Kreditgebende Banken fallen nicht unter das Kapitalanleger-Musterverfahren

Meldung

©Jamrooferpix/fotolia.com


05.03.2026

„Mixpalette“: Vorsteuer scheitert an ungenauen Rechnungen

Sammelbezeichnungen wie „Mixpalette“ auf Rechnungen genügen nicht, wenn sie keine klare Identifizierung der gelieferten Waren ermöglichen.

weiterlesen
„Mixpalette“: Vorsteuer scheitert an ungenauen Rechnungen

Steuerboard

Caroline Ruschen


04.03.2026

Luxusgüter als Gegenstände des täglichen Gebrauchs im Kontext privater Veräußerungsgeschäfte

Auch bei einem vermieteten hochpreisigen Wirtschafts- bzw. Luxusgut kann es sich um einen Gegenstand des täglichen Gebrauchs handeln, dessen Veräußerung selbst innerhalb der Spekulationsfrist einkommensteuerfrei bleibt.

weiterlesen
Luxusgüter als Gegenstände des täglichen Gebrauchs im Kontext privater Veräußerungsgeschäfte
DER BETRIEB Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul DER BETRIEB im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)