• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Geplanter EU-Richtlinienvorschlag zur Unternehmenssanierung

08.04.2016

Meldung, Wirtschaftsrecht

Geplanter EU-Richtlinienvorschlag zur Unternehmenssanierung

Beitrag mit Bild

Passt das deutsche Schutzschirmverfahren womöglich optimal zu den Plänen der EU?

Die EU-Kommission hat kürzlich ihre Roadmap zur Schaffung eines vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens veröffentlicht. In ihrem „Inception Impact Assessment“ beschreibt sie die Hintergründe und welche Optionen zur Verfügung stehen.

Im Rahmen des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion vom 30.09.2015 wurden die Uneinheitlichkeit nationaler Insolvenzrechte und das Fehlen eines einheitlichen vorinsolvenzlichen Sanierungsverfahrens als wesentliche Hemmnisse grenzübergreifender Investitionen identifiziert. Zur Beseitigung dieser Hemmnisse kündigte die Kommission für das 4. Quartal 2016 einen Legislativentwurf an. Das BMJV reagierte hierauf mit einer Gesprächsrunde, in der am 18.02.2016 Experten die Kommissionsinitiative und die bisherigen Erfahrungen mit dem ESUG diskutierten.

Nationale Regelungen sollen in den Vorschlag einfließen

Die Praxis erwartet aus Brüssel eine Richtlinie, die im Wesentlichen auf einer Empfehlung der Kommission vom 12.03.2014 basieren wird. Mit ihrer Empfehlung forderte die Kommission die Mitgliedstaaten auf, einen Rechtsrahmen zu schaffen, der eine frühzeitige Restrukturierung ermöglicht, ohne dass hierfür ein gerichtliches Verfahren eröffnet werden muss; dazu gab sie Eckpunkte für einen „präventiven Restrukturierungsrahmen“ vor. Von den Umsetzungsergebnissen enttäuscht, sieht die Kommission jetzt einen Legislativakt gerechtfertigt, der sich voraussichtlich auch mit weiteren Aspekten des materiellen Insolvenzrechts befassen wird. Ihren Richtlinienvorschlag will die Kommission von nationalen Regelungen ableiten, die sich bewährt haben. Die Kommission hat dazu am 23.03.2016 eine internet-basierte 12-wöchige öffentliche Konsultation gestartet.

Mehr zum Thema

In der Kurzkommentierung „Harmonisierung des Rechtsrahmens für effiziente (vorinsolvenzliche) Unternehmenssanierung – EU-Kommission arbeitet an Richtlinienvorschlag“ von RA und Solicitor (England and Wales) Ursula Schlegel erfahren Sie mehr über die Pläne der EU-Kommission. Sie finden den Beitrag in DER BETRIEB vom 08.04.2016, Heft 14, Seite 819 – 820 oder online unter Dokumentennummer DB1196902

Zudem befasst sich RA Daniel F. Fritz mit dem Thema in seinem Blogbeitrag „Bekommt Deutschland ein vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren? Der Fahrplan der EU steht!“ und fasst die im Rahmen einer Richtlinie erwarteten Kernpunkten zusammen.


Weitere Meldungen


Rechtsboard

Nadine Rettenmaier


28.11.2025

Die Teilnichtigkeit der EU-Mindestlohnrichtlinie – Auswirkungen auf den deutschen Mindestlohn?

Mit Urteil vom 11.11.2025 (C-19/23) hat der EuGH Teile der EU-Mindestlohnrichtlinie (MiLoRL) für nichtig erklärt. Es stellt sich nun die Frage, ob und inwieweit das Urteil Auswirkungen auf die in Deutschland jüngst beschlossenen Mindestlohnerhöhungen zum 01.01.2026 (13,90 €) und zum 01.01.2027 (14,60 €) hat.

weiterlesen
Die Teilnichtigkeit der EU-Mindestlohnrichtlinie – Auswirkungen auf den deutschen Mindestlohn?

Meldung

©kebox/fotolia.com


28.11.2025

Geschäftsführer haftet für Gehaltsprivilegien von Betriebsräten

Wer Hinweise auf rechtswidriges Verhalten ignoriert oder nicht nachhakt, läuft Gefahr, persönlich in die Haftung zu geraten, bestätigt das OLG Frankfurt.

weiterlesen
Geschäftsführer haftet für Gehaltsprivilegien von Betriebsräten

Meldung

©animaflora/fotolia.com


28.11.2025

Steuerberatungskosten bei Anteilsverkauf nicht abziehbar

Der BFH hat eine praxisrelevante Frage zur Abzugsfähigkeit von Steuerberatungskosten beim Verkauf von Kapitalgesellschaftsanteilen beantwortet.

weiterlesen
Steuerberatungskosten bei Anteilsverkauf nicht abziehbar

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Gratis Paket: 4 Hefte + Datenbank