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13.03.2026

Arbeitsrecht, Meldung

EU-Parlament fordert Aktionsplan zum Gender Pay Gap

Das EU-Parlament erhöht den Druck im Kampf gegen den Gender Pay Gap und fordert von der EU-Kommission einen konkreten Aktionsplan für mehr Lohngerechtigkeit, bessere Arbeitsbedingungen und eine stärkere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Fokus stehen vor allem strukturelle Nachteile, die Frauen bis heute beim Einkommen, bei der Erwerbsbeteiligung und später bei der Rente belasten.

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©Volha Maksimava/istockphoto.com

Der Gender Pay Gap ist definiert als die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen und kostete die EU im Jahr 2023 390 Mrd. Euro. Das Einkommen von Frauen in der EU ist deutlich niedriger als das von Männern: Im Jahr 2023 arbeiteten Frauen 54 bis 67 Tage im Jahr, ohne bezahlt zu werden. Im Jahr 2024 waren 16,9 % der Frauen im Ruhestand von Armut bedroht – fast doppelt so viele wie Männer.

Das EU-Parlament fordert nun von der EU-Kommission einen Aktionsplan zur Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen sowie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Lohngerechtigkeit. Im mit 458 Ja-Stimmen, 72Nein-Stimmen und 98 Enthaltungen angenommenen Bericht verweisen die Abgeordneten darauf, dass Arbeitsplätze in von Frauen dominierten Sektoren in der Regel schlechter bezahlt sind, obwohl jüngere Frauen in der Bildung immer besser abschneiden als jüngere Männer. Eine Verbesserung der Erwerbsbeteiligung und der Arbeitsbedingungen von Frauen könne dazu beitragen, Qualifikationen und Arbeitskräftemangel zu beheben und die Produktivität der EU zu verbessern.

Beseitigung des geschlechtsspezifischen Lohn- und Rentengefälles

Das Parlament fordert Investitionen im Rahmen des nächsten langfristigen EU-Haushalts, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben von Frauen zu stärken und für zuverlässige Pflegedienste zu sorgen. Frauen sind für einen unverhältnismäßig hohen Anteil unbezahlter Pflege- und Hausarbeit zuständig. Dies verringert die Erwerbsbeteiligung und die Renten und ist einer der Hauptgründe für das geschlechtsspezifische Lohn- und Rentengefälle. Unzureichende Investitionen, hohe Kosten und ein Mangel an Kinder- und Langzeitpflegediensten hindern Frauen daran, vollständig am Arbeitsmarkt teilzunehmen, heißt es in dem Bericht. Dies kann dazu führen, dass Frauen eher eine Teilzeit- als eine Vollzeitbeschäftigung ausüben oder ihre Arbeit kündigen müssen. Die Abgeordneten weisen darauf hin, dass Zeiten der Abwesenheit vom Beruf aufgrund von Betreuungsaufgaben nicht zählen, wenn es um den Erwerb von Rentenansprüchen geht, obwohl dies dem Staat erhebliche Kosten erspart.

Die Schließung der Kinderbetreuungslücke könnte das Leben von Eltern in ganz Europa verbessern, und mehr Unterstützung könnte den Arbeitsmarkt erheblich stärken. Die Abgeordneten fordern die Mitgliedstaaten auf, Männer zu ermutigen, ihre Elternzeit in Anspruch zu nehmen, und einen bezahlten Vaterschaftsurlaub zu fördern.


EU-Parlament vom 12.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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