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01.07.2019

Meldung, Steuerrecht

Einkommensteuer: FG Hamburg zur Betriebsunterbrechung

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Das Finanzgericht Hamburg hat trotz einer 60 Jahre dauernden Verpachtung des betrieblichen Grundstücks die Voraussetzung einer Betriebsunterbrechung bejaht.

In dem Streitfall hatte der Erblasser seit Anfang der 1930er Jahre auf einem Grundstück einen Brotgroßhandel betrieben. Das ursprünglich mit Hallen und ab 1947 mit einem Lagerraum, mehreren Garagen sowie einem Wohn- und Verwaltungsgebäude bebaute Betriebsgrundstück wurde ab 1953 verpachtet, nachdem der Brothandel verkauft worden war. Erst 2015 wurde ein Neubau mit 44 Wohneinheiten auf dem Grundstück errichtet. Die Erben nach dem 1985 verstorbenen Erblasser begehrten die Feststellung der Einkünfte aus der Nutzungsüberlassung des Grundstücks als solche aus Vermietung und Verpachtung und nicht aus Gewerbebetrieb.

Betriebsunterbrechung oder Betriebsaufgabe?

Im Klageverfahren beriefen sich die Erben darauf, der Betrieb sei bereits 1953 mit der Veräußerung des Brothandels aufgegeben worden. Das Finanzgericht Hamburg hat im Urteil vom 26.03.2019 (6 K 9/18) erkannt, dass 1953 lediglich eine Betriebsunterbrechung und keine Betriebsaufgabe erfolgt sei. Das Grundstück sei – im Gegensatz zu dem zusammen mit dem Brothandel veräußerten Fahrzeug – wesentliche Betriebsgrundlage gewesen und habe bis zur Neubebauung im Jahre 2014 einem identitätswahrenden Betrieb dienen können. Dass in dem Kaufvertrag des Jahres 1953 ein Wettbewerbsverbot vereinbart worden sei, ändere daran nichts, weil die Möglichkeit zur Aufnahme eines Betriebes in ähnlicher Weise bestanden habe. Auch reiche es aus, dass der Betrieb erst von der dritten Generation identitätswahrend hätte fortgeführt werden können; eine feste zeitliche Grenze bestehe insoweit nicht.

Die Revision beim BFH wurde eingelegt (IV R 13/19).

(FG Hamburg, NL vom 28.06.2019 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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