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24.11.2025

Meldung, Wirtschaftsrecht

Diskriminierung: Versicherungsklausel benachteiligt Frauen

Schwangere Frauen dürfen bei Versicherungsverträgen nicht benachteiligt werden, hat das Landgericht Hannover klargestellt. Eine Kosmetikerin wollte sich für den Fall einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit absichern, wurde jedoch wegen ihrer potenziellen Schwangerschaft ausgeschlossen. Das Gericht sprach ihr deshalb eine Entschädigung zu.

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Das Landgericht Hannover hat mit Urteil vom 13.11.2025 (6 O 103/24) einer selbstständigen Kosmetikerin einen Anspruch auf eine Entschädigung wegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gegen einen Versicherer zugesprochen. Die Klägerin wollte in Planung ihrer zweiten Schwangerschaft bei dem beklagten Versicherungsunternehmen eine Inhaberausfallversicherung abschließen. In den Versicherungsbedingungen der Beklagten heißt es, dass kein Versicherungsschutz bestehe bei „Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, Fehlgeburt und Entbindung“.

Schwangerschaftsausschluss ist unzulässig

Die 6. Zivilkammer erkannte darin eine Benachteiligung der Klägerin im Sinne der §§ 3, 19 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Indem die Beklagte in ihrer Inhaberausfallversicherung den Leistungsumfang für den Versicherungsfall „Krankheit“ dahin einschränkt, dass Arbeitsunfähigkeiten aufgrund von Schwangerschaft, Schwangerschaftsabbruch, Fehlgeburt und Entbindung ausgenommen sind, werde, so die Kammer in ihrem Urteil, der Leistungsumfang der konkreten Versicherung allein für Frauen eingeschränkt.

Entschädigung in Höhe von 6.000 Euro

Für eine unmittelbare Diskriminierung aufgrund des Geschlechts genüge es, wenn bereits der wesentliche Grund für die Schlechterstellung ausschließlich für Personen eines der beiden Geschlechter gelte. Dies sei etwa bei der Schwangerschaft der Fall, da diese ausschließlich mit dem weiblichen Geschlecht verbunden sei. Es handele sich damit um eine Diskriminierung wegen des Geschlechts, die einer Rechtfertigung nicht zugänglich sei.

Aufgrund der erfahrenen Diskriminierung sprach die Kammer der Klägerin eine Entschädigung in Höhe von 6.000 Euro zu.


LG Hannover vom 21.11.2025 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

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