06.12.2016

Arbeitsrecht, Meldung

Digitalisierung: Was auf Arbeitnehmer zukommt

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87 Prozent der Beschäftigten arbeiten mit Computern, 67 Prozent mit Smartphone; 79 Prozent benutzen für ihre tägliche Arbeit mobile Geräte wie Notebooks, Tablets etc. (Bitkom-Studie 2013).

Die Arbeitswelt verändert sich rasant, alles wird digital und vernetzt. Was bedeutet das für die Beschäftigten? Fachleute der Hans-Böckler-Stiftung beantworten in einer aktuellen Analyse die wichtigsten Fragen.

Rechner sind in den vergangenen Jahren durch hochentwickelte Prozessoren schneller geworden. Die Bandbreite der Datenübertragung hat sich vervielfacht. Mittels mobiler Geräte ist es möglich, von überall auf Informationen zuzugreifen. Durch engere Vernetzung verändern sich Wertschöpfungsketten. Neue Verfahren wie 3D-Druck ersetzen herkömmliche Fertigungsmethoden. In der Fabrik der Zukunft arbeiten Roboter ohne menschliches Zutun. Dieser Wandel wird massive Folgen für Beschäftigte und Unternehmen haben, zeigt die Analyse der Hans-Böckler-Stiftung. Vor allem in der Logistik, bei Banken und Versicherungen, in der Medienbranche und im Handel bekommen Beschäftigte den Umbruch bereits jetzt zu spüren.

Wird die Digitalisierung Arbeitsplätze vernichten?

Die Befürchtung, dass Menschen durch Maschinen ersetzt werden und massenhaft Arbeitsplätze verloren gehen, ist weit verbreitet. Für Deutschland zeigen verschiedene Studien, dass technologischer Fortschritt nicht zwangsläufig zu steigender Arbeitslosigkeit führt. Gleichwohl dürfte es zu erheblichen Verschiebungen kommen: Vor allem einfache Arbeiten werden wegfallen. Demgegenüber könnten neue Arbeitsplätze in Bereichen entstehen, die eine höhere Qualifikation erfordern, etwa in der Programmierung und Überwachung von Maschinen.

Wird das Arbeiten flexibler?

Dank digitaler Kommunikations- und Informationstechnologien könnte es selbstverständlich werden, dass Beschäftigte zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten arbeiten – das könnte die Präsenzkultur in den Betrieben aufbrechen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben würde dadurch im besten Fall leichter. Dies wäre ein großer Fortschritt für Frauen, die die Hauptlast der Kindererziehung tragen, und für Männer, die sich mehr Zeit für die Familie wünschen. Denkbar ist allerdings auch ein anderes Szenario: Im schlechtesten Fall gibt es für Beschäftigte kaum noch ein Leben außerhalb der Arbeit.

Welche rechtlichen Änderungen sind notwendig?

Die fortschreitende Digitalisierung stellt das Arbeits- und Sozialrecht in Deutschland vor neue Herausforderungen. Traditionelle Begriffe wie Arbeitnehmer und Betrieb verschwimmen. Arbeitsorte und Arbeitszeiten lassen sich nur noch schwer abgrenzen. Es entstehen neue, teilweise prekäre Beschäftigungsformen wie Crowdworking, bei dem in der Regel Soloselbstständige ihre Dienste über das Internet anbieten. Ein weiterer Trend, der in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat: Unternehmen lagern Arbeiten zunehmend per Werk- beziehungsweise freiem Dienstvertrag an Fremdfirmen aus.

(Hans-Böckler-Stiftung, PM vom 28.10.2016/ Viola C. Didier)


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