• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Dienstreise: Arbeitsunfall bei Streit mit Türsteher?

07.06.2016

Dienstreise: Arbeitsunfall bei Streit mit Türsteher?

in lectus pellentesque at

Wird ein Unfall als Berufsunfall anerkannt, hat die zuständige Berufsgenossenschaft dem Betroffenen u. a. Verletzten-/Übergangsgeld oder sogar lebenslänglich eine Verletztenrente zu zahlen.

Das Sozialgericht Heilbronn hatte sich in einem aktuellen Streitfall mit der Anerkennung eines Berufsunfalls auf einer Dienstreise zu beschäftigen. Der Vorfall hatte sich vor und nicht in einem Lokal ereignet.

Der Außendienstmitarbeiter eines Photovoltaikanlagenvertriebs traf sich mit einem Zeugen, der bei Verkaufsgesprächen mit einem Autohändler zugegen war. Es ging um ein Geschäftsfahrzeug für den Arbeitgeber des Außendienstmitarbeiters. Das Treffen fand zur Mittagszeit in einem Beach Club auf Ibiza statt; beide blieben dort bis in die Nacht, obwohl die beruflichen Angelegenheiten bis zum Abend geklärt waren. Nach Mitternacht verließ der Außendienstmitarbeiter die Lokalität. Aus nicht mehr aufklärbaren Gründen wollte er sich danach noch einmal Zugang zum Beach Club verschaffen und geriet dabei mit dem Türsteher in Streit. Dieser schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Er stürzte zu Boden, zog sich schwere Kopfverletzungen zu und lag zunächst im künstlichen Koma. Noch heute leidet der Mann unter den Folgen dieses Ereignisses.

BG sieht keinen Zusammenhang mit der Beschäftigung

Seine Berufsgenossenschaft lehnte die Anerkennung als Arbeitsunfall ab, weil sich der Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Faustschlags bei keiner Tätigkeit befunden habe, die im Zusammenhang mit seiner Beschäftigung stehe.

Kein Erfolg vor dem Sozialgericht

Die hiergegen vor dem Sozialgericht Heilbronn gerichtete Klage blieb erfolglos (Urteil S 6 U 4321/14 vom 14.04.2016). Zwar stünden Dienstreisen grundsätzlich unter Versicherungsschutz. Ab der abendlichen Beendigung der beruflichen Gespräche habe sich der Mitarbeiter aber nicht mehr aus beruflichen, sondern aus persönlichen Belangen im Beach Club aufgehalten und sei daher nicht mehr gesetzlich unfallversichert gewesen. Doch selbst wenn sein mitternächtlicher Aufenthalt noch im Interesse seines Arbeitgebers gewesen wäre, bestünde kein Versicherungsschutz. Denn der Unfall habe sich nicht im Lokal, sondern davor ereignet.

(SG Heilbronn, PM vom 02.06.2016 / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Kalender, Frist, Zeit, Jahr
©Sashkin/fotolia.com


19.08.2022

Coronahilfen: Erleichterung bei den Fristen

Die Frist zur Einreichung der Schlussabrechnungen der Coronahilfen für Unternehmen wird laut BMWK auf den 30.06.2023 verlängert.

Coronahilfen: Erleichterung bei den Fristen
DER BETRIEB - Zeitschrift für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Testen Sie die Zeitschrift DER BETRIEB vier Wochen lang kostenlos und ohne Risiko im Gratis-Paket. Sie erhalten 4 Zeitschriften-Ausgaben sowie Zugang zum neuen Online-Portal von DER BETRIEB und der neuen App DER BETRIEB Live.