14.07.2023

Betriebswirtschaft, Meldung

Dax 40 ist und bleibt ein „Big 4 Club“

Die Lünendonk-Studie 2023 „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“ hat den deutschen Markt unter die Lupe genommen. Die 25 Top-WP-Kanzleien überspringen demnach die Umsatzmarke von 18 Milliarden Euro.

Beitrag mit Bild

©Sondem/fotolia.com

Dank des starken Wachstums im Geschäftsjahr 2022 legen die 25 Top-WP-Kanzleien um 7,7 % auf 18,2 Milliarden Euro Umsatz zu. Die Marktführer PricewaterhouseCoopers (PwC), Ernst & Young (EY), KPMG und Deloitte – die sogenannten Big Four – wachsen im Durchschnitt um 11,0 %. Dabei fällt das überdurchschnittliche Wachstum von Deloitte auf (+23,6 %); das Unternehmen konnte den Umsatzanteil im Consulting sogar verdoppeln. Die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften in Deutschland legen im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich um 10,9 % zu (Vorjahr 2021: +4,8 %), sodass der kumulierte Inlandsumsatz auf 11,2 Milliarden Euro steigt. Die Big Four kommen zusammen auf fast 8,75 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 48 % entspricht. Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Studie 2023 „Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung in Deutschland“, die im August 2023 veröffentlicht wird. Das Top-25-Ranking steht unter www.luenendonk.de zum Download bereit; dort wird im August auch der Studienbezug möglich sein.

Verfolgerfeld: Next Seven legen um 13,2 % zu

Auch die sogenannten Next Seven, also die sieben WP-Gesellschaften hinter den Big Four mit jeweils mehr als 100 Millionen Euro Umsatz, blicken mit einem Plus von im Mittel 13,2 % auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 zurück. Der gruppierte Umsatz liegt bei rund 1,76 Milliarden Euro. Nachdem BDO das SAP-Mandat für sich gewinnen konnte, eroberte Grant Thornton mit dem Porsche-Prüfungsauftrag das zweite Dax-40-Mandat in dieser Gruppe. Ansonsten bleiben Dax-Mandate den Big 4 vorbehalten.

„Nach zwei durchwachsenen Jahren während der Covid-19-Pandemie warten die 25 führenden WP-Gesellschaften 2022 mit starken Wachstumszahlen auf“, so Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder. „Dabei hat das Trendthema EU-Taxonomie bislang kaum Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung. Jedoch erwarten nahezu alle Top-25-Unternehmen (90 %) eine hohe Nachfrage nach Restrukturierungsprojekten.“ Die Top 25 – ausgenommen die Big Four – planen für das aktuelle Jahr 2023 ein durchschnittliches Wachstum in Höhe von 9,5 %.

Ranking im Überblick

PwC bleibt Branchenprimus in Deutschland. Dank eines Umsatzanstiegs um 6,8 % rangiert die Frankfurter WP-Gesellschaft mit 2,44 Milliarden Euro auf Platz eins (2021: -5,1 %). Auf Position zwei folgt EY mit 2,22 Milliarden Euro und weist mit einem Plus von 4,6 % das geringste Wachstum der Big Four aus (2021: -1,5 %). KPMG steigerte den Deutschlandumsatz um 9,1 % und rückt mit 2,17 Milliarden Euro (2021: +3,1 %) nah an EY heran. Deloitte ist mit 1,92 Milliarden Euro Umsatz nur knapp von der Zwei-Milliarden-Euro-Marke entfernt. Mit einem Plus von 23,6 % erzielt die Münchener WP-Gesellschaft das stärkste Wachstum aller Studienteilnehmer. Im globalen Ranking belegt Deloitte mit 59,3 Milliarden US-Dollar Platz eins.

Bei den Positionen fünf bis sieben geht es eng zu: BDO bleibt im Geschäftsjahr 2022 die fünftgrößte WP-Gesellschaft. Die Hamburger wachsen um 14,2 % auf 346,6 Millionen Euro Umsatz. Ebner Stolz überspringt mit einem Plus von 15,2 % ebenso deutlich die 300-Millionen-Euro-Umsatzmarke (343,5 Mio. €) wie Rödl & Partner (335,8 Mio. €; +13,9 %).

Mazars weist mit einem Plus von 14,1 % ebenfalls ein überdurchschnittliches Wachstum aus und liegt mit 233,0 Millionen Euro auf Rang acht, gefolgt von Baker Tilly (192,9 Mio. €; +9,0 %). Grant Thornton holt aufgrund eines Umsatzplus von 10,1 % auf und festigt Position zehn. RSM schließt mit 118,1 Millionen Euro die Next Seven ab (+16,7 %).


Lünendonk vom 13.07.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro

Weitere Meldungen


Meldung

©kritchanut/fotolia.com


16.07.2026

DBA-Freistellung schützt nicht vor Hinzurechnung

Auch DBA-freigestellte Beteiligungserträge können eine pauschale Hinzurechnung fiktiver Betriebsausgaben in Deutschland auslösen.

weiterlesen
DBA-Freistellung schützt nicht vor Hinzurechnung

Meldung

©Jamrooferpix/fotolia.com


16.07.2026

Modernisierung für das Recht der Genossenschaften

Genossenschaften sollen schneller gegründet, digital organisiert und besser vor unseriösen Geschäftsmodellen geschützt werden.

weiterlesen
Modernisierung für das Recht der Genossenschaften

Steueboard

Marc Eberhardt


15.07.2026

BFH bestätigt Zinssatz von 5,5% bei der Bewertung lebenslänglicher Nutzungen und Leistungen nach § 14 BewG

Mit Urteil vom 14.01.2026 (II R 35/23) hat der BFH entschieden, dass der pauschale Zinssatz von 5,5% nach § 14 Abs. 1 Satz 3 BewG für die Berechnung des Kapitalwerts lebenslänglicher Nutzungen und Leistungen auch unter den Bedingungen der Niedrigzinsphase verfassungsgemäß ist.

weiterlesen
BFH bestätigt Zinssatz von 5,5% bei der Bewertung lebenslänglicher Nutzungen und Leistungen nach § 14 BewG
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht