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13.08.2018

Betriebswirtschaft, Meldung

Ausland nur für 6 % der Finanzunternehmen attraktiv

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©vege/fotolia.com

Strategisch setzen acht von zehn Banken, Versicherern und sonstigen Finanzdienstleistern auf die bewährten Geschäftsmodelle und ihr Kerngeschäft. Der Blick auf internationale Märkte findet dagegen im Vergleich zu Industrieunternehmen kaum statt.

Nur 6 % der Finanzunternehmen suchen Wachstumschancen im Ausland, zeigt die Studie „Potenzialanalyse flexibel wachsen“ von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut, für die 249 Entscheider und Fachkräfte verschiedener Branchen befragt wurden.

Profitabilität durch neues Wachstum

Vor allem die Banken sind gefordert, ihr Profitabilitätsproblem durch neues Wachstum auszugleichen sowie Geschäftsmodelle zu hinterfragen und anzupassen. Der Privatkundenmarkt zählt zu den schwierigsten der Welt. Für 30 % der Finanzunternehmen sollen deshalb digitale, internetbasierte Geschäftsmodelle zu einer tragenden Säule für Wachstum und Profitabilität werden. Zum einen fällt die Kostenstruktur über Online-Kanäle vor allem im Privatkundengeschäft mit Girokonten und Standardfinanzierungen deutlich niedriger aus als beim Absatz in der Filiale. Zum anderen sind Technologien und Digitalisierung ein Mittel, Kunden wieder stärker zu begeistern und auch mit einem reduzierten Filialnetz die Reichweite zu halten.

Neue Geschäftsmodelle gegen den Wachstumsstillstand

Darüber hinaus gibt es Institute, die ihre Komfortzone der bekannten Wertschöpfungskette verlassen und neue Geschäftsmodelle ausprobieren. Einige Finanzdienstleister nutzen zum Beispiel Informationen über Kunden dazu, ihnen den optimalen Strom- oder Telekommunikationstarif anzubieten. Ermöglicht werden diese Geschäftsmodellinnovationen vielfach durch Partnerschaften mit Start-ups. „Das Beispiel verdeutlicht: Durch Technologie verwischen Branchengrenzen, und es entstehen digitale Ökosysteme, die sowohl datengetrieben als auch kundenzentriert sind“, erklärt Stefan Lamprecht, Mitglied der Geschäftsleitung und Division Director Banking von Sopra Steria Consulting. Insgesamt sind der Aufbau und die Pflege von Partnernetzwerken für jedes dritte Finanzunternehmen eine wichtige Wachstumsquelle.

Kaum Expansion ins Ausland

Digitalisierung und Kooperation ebnen zudem den Weg zur Erschließung internationaler Wachstumsmärkte. Auslandsbanken wie Santander haben gezeigt, wie sie mit ihren standardisierten Plattformen Innovationen sehr rasch über Ländergrenzen hinweg einführen können. Den Weg der Internationalisierung geht allerdings kaum ein deutsches Finanzinstitut. Nur bei 6 % der befragten Finanzunternehmen stehen die Zeichen auf Expansion ins Ausland als zentrale Wachstumsstrategie. „Die Exporte deutscher Großunternehmen und des Mittelstands halten an. Für jedes dritte Industrieunternehmen sind Investitionen im Ausland eine zentrale Wachstumsschraube. Diese Unternehmen brauchen vertrauenswürdige Finanzierungs- und Abwicklungspartner und deren Know-how. Das sind langfristig große Chancen, die auch mittelgroße und kleinere Banken über Digitalinnovationen stärker nutzen können“, so Lamprecht.

(Sopra Steria Consulting, PM vom 09.08.2018 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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