04.08.2026

Arbeitsrecht, Meldung

Ausbildungsvergütungen steigen deutlich

Die Ausbildungsvergütungen haben sich in den vergangenen Jahren insgesamt positiv entwickelt und sind vielfach stärker gestiegen als die regulären Tariflöhne. Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen Branchen und Regionen.

Beitrag mit Bild

©bluedesign/fotolia.com

Die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen sind im Ausbildungsjahr 2025/26 durchschnittlich um 3,9% gestiegen. Damit investieren viele Unternehmen weiter in die Nachwuchsgewinnung und reagieren auf den zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte. In den meisten untersuchten Tarifbranchen erhalten Auszubildende bereits im ersten Jahr mehr als 1.000 € monatlich.

Unternehmen setzen finanzielle Anreize

Besonders hohe Vergütungen zahlen tarifgebundene Arbeitgeber in Pflegeberufen des öffentlichen Dienstes mit bis zu 1.491 € im ersten Ausbildungsjahr. Es folgen das Versicherungsgewerbe mit 1.455 € und das private Bankgewerbe mit 1.400 €. Auch zahlreiche Industrie-, Verkehrs- und Handwerksbranchen haben ihre Ausbildungsvergütungen angehoben. Die Spanne reicht von 785 € im Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen bis zu 1.714 € im vierten Ausbildungsjahr des westdeutschen Bauhauptgewerbes.

Unterschiede nach Branchen, Regionen und Ausbildungsjahr

Tarifverträge bieten Auszubildenden zwar klare und planbare Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bestehen zwischen Branchen, Regionen und Ausbildungsjahren weiterhin deutliche Unterschiede. Diese spiegeln u.a. die jeweilige wirtschaftliche Lage, die Betriebsstruktur und den Fachkräftebedarf wider.

Rund 45% der Auszubildenden arbeiten in Betrieben ohne Tarifbindung. Für diese Unternehmen gilt mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung von derzeit 724 €. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert eine Anhebung auf 894 € im ersten Ausbildungsjahr.

Fachkräftemangel beschleunigt Entwicklung

Besonders kräftig stiegen die Vergütungen in der ostdeutschen Textilindustrie mit 7,6%, im Versicherungsgewerbe mit 7,4% und im privaten Verkehrsgewerbe Nordrhein-Westfalens mit 7,0%. Zwischen 2015 und 2025 erhöhten sich die tariflichen Ausbildungsvergütungen um 47%, während die Tariflöhne um 35% zulegten.

Die Zahlen zeigen: Viele Arbeitgeber nutzen höhere Vergütungen gezielt, um Ausbildungsplätze attraktiver zu machen, Nachwuchs zu sichern und offene Stellen langfristig zu besetzen.


Hans-Böckler-Stiftung vom 31.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Meldung

© DOC RABE Media/fotolia.com


16.10.2026

Gewerbesteuer erreicht neuen Höchststand

Deutschlands Gemeinden erzielen 2025 erneut Rekordeinnahmen aus der Gewerbesteuer, während das Grundsteueraufkommen unverändert bleibt.

weiterlesen
Gewerbesteuer erreicht neuen Höchststand

Meldung

©momius/fotolia.com


16.10.2026

Altersteilzeit: Unternehmen sind kaum vorbereitet

Das mögliche Ende des Altersteilzeit-Blockmodells zwingt Unternehmen, rechtzeitig alternative Modelle für den Ruhestand zu prüfen.

weiterlesen
Altersteilzeit: Unternehmen sind kaum vorbereitet

Meldung

©stadtratte/fotolia.com


15.10.2026

Auch die Übertragung kleinerer Firmenanteile ist begünstigt

Entnahmen für Erbschaft- und Schenkungsteuer lösen auch bei Übertragung eines Teils eines Mitunternehmeranteils keine Nachversteuerung nach § 34a EStG aus.

weiterlesen
Auch die Übertragung kleinerer Firmenanteile ist begünstigt
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht