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08.10.2024

Arbeitsrecht, Meldung

Arbeitsmarkt: Umweltfreundliche Tätigkeiten nehmen zu

Die ökologische Transformation der deutschen Volkswirtschaft verändert den hiesigen Arbeitsmarkt. Eine aktuelle Studie des RWI und des IAB zeigt: Als umweltfreundlich klassifizierte Tätigkeiten nehmen zu, umweltschädlich eingestufte Tätigkeiten nehmen ab.

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©3rdtimeluckystudio/123rf.com

Die ökologische Transformation der Wirtschaft verändert den deutschen Arbeitsmarkt. Zum einen sind Tätigkeitsprofile umweltfreundlicher geworden, zum anderen haben sich die Beschäftigungsanteile von Berufen mit vielen umweltfreundlichen Tätigkeiten zwischen 2012 und 2022 erhöht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des RWI – Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Insbesondere Berufe mit einem hohen Anteil an umweltschädlichen Tätigkeiten haben im Untersuchungszeitraum manche dieser Tätigkeiten reduziert und zum Teil auch umweltfreundliche Tätigkeiten hinzugewonnen – zum Beispiel im Automobilsektor. Für die Untersuchung wurden Daten des IAB und der Bundesagentur für Arbeit ausgewertet.

Veränderungen von Tätigkeitsprofilen und Verschiebungen der Beschäftigungsanteile

Der deutsche Arbeitsmarkt wurde zwischen 2012 und 2022 ökologischer. Umweltfreundliche Tätigkeiten sind in diesem Zeitraum um etwa 11 % gestiegen, umweltschädliche Tätigkeiten sind dagegen um ca. 7 % gesunken.

Für die Analyse der ökologischen Transformation des deutschen Arbeitsmarktes zwischen 2012 und 2022 untersuchte das Forschungsteam insbesondere zwei Prozesse: Erstens Veränderungen von Tätigkeitsprofilen innerhalb von Berufen („within-effect“) und zweitens Verschiebungen der Beschäftigungsanteile zwischen verschiedenen Berufen („between-effect“). Die Studienergebnisse zeigen, dass der Wandel der Tätigkeiten innerhalb von Berufen für die ökologische Transformation der Beschäftigung insgesamt ebenso wichtig ist wie die Verschiebung der Beschäftigungsanteile zwischen verschiedenen Berufen.

Abbau umweltschädlicher Tätigkeiten

Bei der Veränderung von Tätigkeitsprofilen sind speziell Berufe mit bis dato einem sehr hohen Anteil an umweltschädlichen Tätigkeiten – zum Beispiel im Automobilsektor – im Untersuchungszeitraum etwas ökologischer geworden, indem umweltschädliche Tätigkeiten abgebaut wurden und umweltfreundliche Tätigkeiten hinzugekommen sind.

Neben der inhaltlichen Veränderung von Berufen haben sich im Untersuchungszeitraum auch die Beschäftigungsanteile zwischen Berufen mit vielen umweltschädlichen bzw. -freundlichen Tätigkeiten verschoben. Insbesondere Beschäftigungszuwächse bei Berufen mit einem moderaten Anteil an umweltfreundlichen Tätigkeiten (+0,4 Prozentpunkte) sowie Beschäftigungsrückgänge bei Berufen mit einem moderaten Anteil an umweltschädlichen Tätigkeiten (-1,6 Prozentpunkte) haben diese Entwicklung bewirkt.

Direkte Wechsel von Berufen finden selten statt

Direkte Wechsel von Berufen mit vielen umweltschädlichen hin zu solchen mit vielen umweltfreundlichen Tätigkeiten finden selten statt. Beenden Beschäftigte in einem Beruf mit vielen umweltschädlichen Tätigkeiten ihren Job, haben sie häufig (zunächst) keinen neuen Job. Ihre Beschäftigungsaussichten verschlechtern sich den Studienergebnissen zufolge im Laufe der Zeit. Der grüne und technologische Wandel gefährdet am meisten die Beschäftigungsaussichten ausländischer und gering qualifizierter Arbeitnehmer, da diese besonders häufig in Berufen mit vielen umweltschädlichen Tätigkeiten arbeiten. Die Beschäftigungsaussichten für Personen in Berufen mit vielen umweltfreundlichen Tätigkeiten sind dagegen gut. Ein Wechsel aus der Nicht-Beschäftigung in diese Berufe ist relativ häufig.


RWI vom 02.10.2024 / RES JURA RedaktionsbüroRedaktion

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