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01.04.2019

Arbeitsrecht, Meldung

Arbeitskampfbilanz 2018: Eine Million Ausfalltage

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©Alexander Limbach/fotolia.com

2018 sind in Deutschland durch Arbeitskämpfe rund eine Million Arbeitstage ausgefallen. Damit hat sich das Arbeitskampfvolumen gegenüber dem Jahr zuvor mehr als vervierfacht. 2017 verzeichnete das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung „nur“ 238.000 Ausfalltage.

Ebenfalls höher fiel auch die Streikbeteiligung aus. Sie stieg von 131.000 im Jahr 2017 auf knapp 1,2 Millionen Streikteilnehmerinnen und -teilnehmer 2018, zeigt die neue Jahresbilanz zur Arbeitskampfentwicklung. „Ausschlaggebend für die deutlichen Anstiege bei Streikbeteiligung und Ausfalltagen waren die umfangreichen Streikaktionen während der Metall-Tarifrunde im vergangenen Jahr. Allein auf diesen Arbeitskampf entfielen rund 60 % aller Ausfalltage sowie mehr als drei Viertel aller Streikbeteiligten des Jahres 2018“, stellt der WSI-Arbeitskampfexperte Dr. Heiner Dribbusch fest.

Streikpremiere bei Ryanair

Besondere Aufmerksamkeit erhielten 2018 neben den großen Tarifrunden mit ausgeprägten Warnstreikwellen der Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn, ein wochenlanger Arbeitskampf bei den Uni-Kliniken in Düsseldorf, die Streikpremiere bei Ryanair sowie der lang andauernde Kampf der Beschäftigten bei der Neuen Halberg Guss in Sachsen um ihre Arbeitsplätze. Der Arbeitskampf der bei ver.di organisierten Beschäftigten für einen Tarifvertrag bei Amazon blieb weiterhin ohne Ergebnis. „Der längste Arbeitskampf Deutschlands geht 2019 somit in sein nunmehr sechstes Jahr“, so Dribbusch.

Streikziele: Lohnerhöhung und mehr Arbeitszeitautonomie

„Das Arbeitskampfjahr 2018 ist nicht nur von außergewöhnlichen Auseinandersetzungen geprägt, sondern auch mit tarifpolitischen Erfolgen der Gewerkschaften verbunden“, stellt Dribbusch fest. Neben zahlreichen Forderungen nach höheren Entgelten stand vor allem in vielen der Haustarifauseinandersetzungen häufig die Frage der Tarifbindung im Mittelpunkt. Die größte Aufmerksamkeit erzielte im Jahr 2018 aber die Forderung, Beschäftigten eine stärker selbstbestimmte Ausgestaltung der Arbeitszeit zu ermöglichen und sich statt einer Entgelterhöhung für mehr freie Zeit zu entscheiden.

Ausblick 2019

Das Jahr 2019 begann mit mehreren Streiks des Personals in der Personen- und Gepäckkontrolle an den deutschen Flughäfen. Für diese Beschäftigten fanden erstmals bundesweite Tarifverhandlungen statt, zeigt die WSI-Arbeitskampfanalyse. Vor dem Tarifabschluss in der Textilindustrie am 13.02.2019 waren mehrere tausend Beschäftigte den Aufrufen der IG Metall zu Warnstreiks gefolgt. Zahlreiche Warnstreiks begleiteten auch die Tarifrunde 2019 im öffentlichen Dienst der Länder, in der am 17.02.2019 ein Ergebnis erzielt wurde. „Für das Jahr 2019 ist jedoch trotz dieser Arbeitsniederlegungen und der Ungewissheit über den Verlauf der kommenden Tarifrunde im Einzelhandel aller Wahrscheinlichkeit nach im Vergleich zu 2018 mit einem deutlichen Rückgang des bundesweiten Streikvolumens zu rechnen“, so der WSI-Arbeitskampfexperte Dribbusch.

(Hans-Böckler-Stiftung, PM vom 28.03.2019 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)

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