Gesundheit hat im deutschen Mittelstand einen hohen Stellenwert, doch zwischen Anspruch und systematischer Umsetzung klafft eine Lücke. Das zeigt die BARMER-Studie „Gesunde Arbeit. Anspruch und Wirklichkeit im Mittelstand“, für die 550 Führungskräfte befragt wurden.
Gesundheit schlägt Innovation
Für 97% der Befragten ist Kundenzufriedenheit ein wichtiger Erfolgsfaktor, für 96% die Produkt- oder Dienstleistungsqualität. Direkt dahinter folgt mit 94% die Gesundheit der Mitarbeitenden. Innovation und Nachhaltigkeit kommen jeweils nur auf 73%.
Die Studie zeigt zudem, dass viele Betriebe bereits Maßnahmen zur Gesundheitsförderung anbieten. Besonders verbreitet sind kostenlose Getränke mit 79%, ergonomische Arbeitsplätze mit 63% und Bewegungsangebote mit 62%. Strukturelle Instrumente sind dagegen selten: Nur 29% der Unternehmen werten etwa Gesundheitsberichte aus.
Zeit und Führung entscheiden
Als größtes Hindernis gilt fehlende Zeit. Die Studie legt zugleich nahe, dass nicht allein Budgets oder Unternehmensgröße über den Erfolg entscheiden. Unternehmen setzen besonders viele Maßnahmen um, wenn Führungskräfte Gesundheit als Teil ihrer Verantwortung verstehen, sich regelmäßig informieren und Beschäftigte einbeziehen. Dabei fallen die Erfahrungen überwiegend positiv aus. 59% der Unternehmen berichten von einem besseren Betriebsklima, 56% von höherer Arbeitszufriedenheit. Bei 31% sind die Fehlzeiten gesunken. Gleichzeitig nennen 41% zusätzliche Kosten und 35% höheren Verwaltungsaufwand.
Fazit
Einzelne Angebote reichen nicht aus. Betriebliches Gesundheitsmanagement entfaltet seinen Nutzen vor allem dann, wenn es dauerhaft in Führung und Organisation verankert wird.

