Unternehmen, die ihre Arbeitsorganisation inklusiver gestalten, können davon auch wirtschaftlich profitieren. Eine Analyse des ZEW Mannheim zeigt, dass Firmen, die zwischen 2020 und 2022 erstmals entsprechende Maßnahmen einführten, im Durchschnitt rund 6,2% mehr Umsatz erzielten. Überdies beschäftigten sie etwa 4,7% mehr Mitarbeitende als vergleichbare Unternehmen.
Zu den untersuchten Maßnahmen zählen flexible Lebensarbeitszeitmodelle für ältere Beschäftigte, inklusive Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung, Mentoring-Programme zur Geschlechtergleichstellung und Brückenpraktika für Geflüchtete.
Ältere Beschäftigte besonders im Fokus
Zwischen 2020 und 2022 führten 19% der untersuchten Unternehmen mindestens eine inklusive Maßnahme ein. Am häufigsten richteten sich die Angebote an ältere Beschäftigte: 9,3% der Firmen wurden hier aktiv. Maßnahmen für Migranten und Geflüchtete setzten 8,5% um, für Menschen mit Behinderung 4,3% und zur Geschlechtergleichstellung 3,1%.
Unternehmen mit eigener Forschung und Entwicklung waren besonders aktiv. Von ihnen führten 22,9% inklusive Arbeitsinnovationen ein, gegenüber 16,8% der Unternehmen ohne eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.
Großunternehmen setzen Maßnahmen häufiger kontinuierlich um
Kleine und mittlere Unternehmen holten im Untersuchungszeitraum bei der erstmaligen Einführung inklusiver Maßnahmen auf. Bei der kontinuierlichen Umsetzung zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied: Nur 2,8% der kleinen Unternehmen führten fortlaufend neue Maßnahmen ein, bei Großunternehmen waren es 14,4%. Als mögliche Hürden nennt das ZEW begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen.
Grundlage der am 10.09.2026 veröffentlichten Analyse sind Daten von 1.692 deutschen Unternehmen aus dem Mannheimer Innovationspanel. 89,7% davon waren kleine und mittlere Unternehmen.

