Mehr Flexibilität im Arbeitsrecht kann Unternehmen in einzelnen Bereichen entlasten. Ein pauschaler Abbau von Arbeitnehmerrechten könnte jedoch mehr Nachteile als Vorteile bringen, wenn dadurch Vertrauen, Motivation und Planungssicherheit verloren gehen. So sind 67,4% der befragten Entscheider der Ansicht, dass das hohe Schutzniveau deutsche Unternehmen zuverlässiger und attraktiver macht und damit bei der Fachkräftegewinnung hilft. 52,9% sehen Arbeitnehmerrechte sogar als positiven Faktor für den Unternehmenserfolg.
Mehr Flexibilität wünschen sich Entscheider vor allem beim Kündigungsschutz. 49,2% befürworten eine Lockerung, überwiegend jedoch nur in begrenzten Bereichen. 47,7% lehnen sie ab. Strenge Vorgaben zu Ruhe- und Maximalarbeitszeiten empfinden 39% als Hindernis. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und betriebliche Mitbestimmung werden dagegen häufiger als Vorteil bewertet.
Sorge vor Unsicherheit und sinkender Motivation
45,9% der Entscheider halten die öffentliche Debatte über einen angeblich zu starken Arbeitnehmerschutz für wenig passend zur Realität ihres Unternehmens. Bei einem drastischen Abbau von Schutzrechten erwartet knapp die Hälfte mehr interne Unsicherheit und eine sinkende Arbeitsmoral.
Auch Beschäftigte reagieren sensibel: 71,4% würde eine Kürzung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall belasten. Die Abschaffung fester Ruhezeiten bereitet 57,8% Sorgen, eine Lockerung des Kündigungsschutzes 55,1%.
45,8% geben an, dass wirtschaftliche Unsicherheit und die Debatte über weniger Schutz ihre mentale Verfassung belasten. Rund ein Viertel verzichtet aus Sorge um den Arbeitsplatz auf Homeoffice oder geht krank zur Arbeit.
Zur Studie
Für die Studie befragte YouGov im Auftrag von Indeed vom 15.04.2026 bis 23.04.2026 insgesamt 331 Unternehmensentscheider sowie vom 15.04.2026 bis 24.04.2026 weitere 1.097 Beschäftigte ohne Führungsverantwortung.

