• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Greenwashing mit Erdgas: „Ökogas“ ist nicht öko

22.07.2026

Meldung, Wirtschaftsrecht

Greenwashing mit Erdgas: „Ökogas“ ist nicht öko

Wer Produkte oder Dienstleistungen mit Begriffen wie „öko“, „nachhaltig“ oder „klimafreundlich“ bewirbt, muss diese Aussagen auch belegen können. Das Landgericht Düsseldorf hat entschieden, dass fossiles Erdgas nicht als „Ökogas“ vermarktet werden darf.

Beitrag mit Bild

Der Betrieb

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die irreführende Bewerbung von fossilem Erdgas der NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH als „Ökogas“ beendet. Das Landgericht Düsseldorf hat der Klage der DUH stattgegeben (38 O 97/25) und folgt damit der Argumentation, dass Verbraucherinnen und Verbraucher über die Umwelt- und Klimawirkungen des konventionellen, klimaschädlichen Erdgases durch die Bezeichnung „öko“ hinweggetäuscht werden.

Erdgas bleibt klimaschädlich

„Der Energieversorger NEW hat Verbraucherinnern und Verbraucher dreist getäuscht, indem er fossiles Erdgas realitätsfern als ‚Ökogas‘ beworben hat. Solche Werbung verleitet dazu, auf Gasheizungen zu setzen. Doch Erdgas ist weder ‚öko‘ noch ’nachhaltig‘ oder ‚umweltfreundlich‘, wie von dem Unternehmen behauptet, sondern absolut klimaschädlich. Da lässt sich auch durch den Ablasshandel mit CO2-Zertifikaten aus dem Ausland nichts schönrechnen“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Und weiter: „Waldschutzprojekte können keinen langfristigen CO2-Ausgleich garantieren. Ihre Laufzeiten reichen bei Weitem nicht an die Dauer heran, in der das durch Erdgas freigesetzte CO2 die Klimakrise weiter anheizt. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen die Chance haben, klimabewusste Entscheidungen zu treffen.“

Fazit

Das Urteil zeigt, dass Gerichte zunehmend streng gegen Greenwashing und pauschale Umweltversprechen vorgehen. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Begriffe wie „öko“, „nachhaltig“ oder „klimafreundlich“ sachlich zutreffen und für Verbraucher nachvollziehbar belegt werden können. Auch Kompensationsmaßnahmen rechtfertigen nicht automatisch eine uneingeschränkt positive Umweltwerbung.


DUH vom 21.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro (vcd)

Weitere Meldungen


Meldung

©Janina Dierks/fotolia.com


22.07.2026

Zwei Drittel sind im Urlaub erreichbar

Zwei Drittel der Berufstätigen bleiben im Sommerurlaub dienstlich erreichbar, meist aufgrund der Erwartungen ihres beruflichen Umfelds.

weiterlesen
Zwei Drittel sind im Urlaub erreichbar

Steuerboard

Martin Liebernickel


21.07.2026

Nord-FM zur Erbschaftsteuer: Reformsignal mit praktischer Sprengkraft

Die Erbschaftsteuer bleibt politisch und verfassungsrechtlich unter Druck. Neben dem SPD-Konzept „FairErben“ liegt nun auch ein Positionspapier der Finanzministerin und Finanzminister der Nordländer vom 19.06.2026 zur Weiterentwicklung der Erbschaftsteuer vor.

weiterlesen
Nord-FM zur Erbschaftsteuer: Reformsignal mit praktischer Sprengkraft

Rechtsboard

Hans-Peter Löw


21.07.2026

Zielvereinbarung und Zielvorgabe – Neue Fallstricke für Arbeitgeber

Möchte der Arbeitgeber seine Mitarbeitenden durch die Zahlung eines Zielbonus zu mehr Leistung motivieren („Management by Objectives“), so wird er typischerweise in einem Rahmenvertrag die generellen Regelungen festhalten. Dies kann entweder im Arbeitsvertrag oder kollektivrechtlich in einer Betriebsvereinbarung geschehen. Dabei geht es häufig um viel Geld. Nicht zuletzt deshalb beschäftigen Bonussysteme immer öfter die Arbeitsgerichte. Dabei geht es in letzter Zeit immer mehr um das Verhältnis von Zielvereinbarungen und Zielvorgaben und um Störfälle im Prozess der Zielfestsetzung und der Messung der Zielerreichung.

weiterlesen
Zielvereinbarung und Zielvorgabe – Neue Fallstricke für Arbeitgeber
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht