In der deutschen Arbeitswelt offenbart sich ein Generationen-Gap: Während 37 % der Generation Z moderne Arbeitsformen wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten als stressreduzierend empfinden, teilen nur 17 % der Babyboomer diese Einschätzung. Gleichzeitig leiden 48 % der Gen Z unter hohem Stress – mehr als doppelt so viele wie bei den Babyboomern (20 %). Dies zeigt die aktuelle Swiss Life Stress-Studie mit 2.004 repräsentativ Befragten.
Homeoffice-Paradox: Befreiung für die einen, Belastung für die anderen
73 % der Befragten, die Homeoffice nutzen können, empfinden es als hilfreich für die persönliche Stressbewältigung. Vor allem Gen Z und Millennials schätzen den entfallenden Arbeitsweg (25 %), die bessere Work-Life-Balance (23 %) und die ruhigere Arbeitsumgebung (17 %). Unter denjenigen, deren Stresslevel durch moderne Arbeitsformen negativ beeinflusst wird, kritisieren Generation X und Babyboomer häufiger die ständige Erreichbarkeit (44 %), gefolgt von zu viel Arbeit (17 %) und dem zunehmenden Arbeitsdruck (16 %).
Stress-Empfinden bei den Jüngsten am höchsten
Besorgniserregend ist, dass insgesamt fast jeder zweite Angehörige der Generation Z (48 %) und der Millennials (45 %) unter hohem Stress leidet. Bei der Generation X sind es immerhin noch 39 %. Die körperlichen Auswirkungen sind alarmierend: So litten 82 % aller Befragten in den vergangenen drei Monaten unter mindestens einer stressbedingten Beschwerde wie Kopfschmerzen (55 %), Schlafstörungen (48 %) oder innerer Unruhe (47 %). Als Hauptstressfaktoren nennen Erwerbstätige, Auszubildende und Studierende Leistungsdruck (40 %), Überforderung (39 %) sowie Zeitdruck und Überstunden (39 %).
Hohes Potenzial bei betrieblicher Stressprävention
Insbesondere bei der betrieblichen Stressprävention offenbart die Studie allerdings Defizite: Nur 20 % der Erwerbstätigen fühlen sich über Angebote zur Stressreduktion durch ihren Arbeitgeber gut informiert. 23 % geben sogar an, dass ihr Arbeitgeber keinerlei entsprechende Angebote bereitstellt.
Wo Angebote existieren, beschränken sich diese laut Befragten meist auf flexible Arbeitszeiten (35 %) und Homeoffice-Regelungen (31 %). Nur 12 % der Befragten können Mental-Health-Programme nutzen, lediglich 11 % haben Zugang zu psychologischer Beratung. Als sinnvollste Maßnahmen bewerten die Befragten flexible Arbeitszeiten (79 %) und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze (75 %).

