• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Aufstockungsbeträge zum Transferkurzarbeitergeld können ermäßigt zu besteuern sein

19.12.2017

Meldung, Steuerrecht

Aufstockungsbeträge zum Transferkurzarbeitergeld können ermäßigt zu besteuern sein

Beitrag mit Bild

©Butch/fotolia.com

Erhält ein Arbeitnehmer von einer Transfergesellschaft, in der er nach Beendigung seines bisherigen Arbeitsverhältnisses übergangsweise beschäftigungslos angestellt ist, Aufstockungsbeträge zum Transferkurzarbeitergeld, unterliegen diese Beträge dem ermäßigten Steuertarif.

In einem Streitfall vor dem Finanzgericht Münster war der Kläger seit mehr als 24 Jahren als Arbeitnehmer bei einer Aktiengesellschaft (AG) beschäftigt. Aufgrund der Stilllegung eines Werks schloss er mit der AG und einer Transfer GmbH einen Vertrag, nach dem das Arbeitsverhältnis zwischen ihm und der AG gegen die Zahlung einer Abfindung aufgehoben wurde. Daneben verpflichtete sich die Transfer GmbH zur Übernahme des Klägers für ein Jahr, in dem dieser ausschließlich Qualifizierungsmaßnahmen durchlief.

Wie wird Transferkurzarbeitergeld besteuert?

Die Transfer GmbH verpflichtete sich ferner zur Zahlung von Zuschüssen zum Transferkurzarbeitergeld, das der Kläger von der Bundesagentur für Arbeit erhielt. Der Kläger sah diese Zuschüsse als Bestandteil einer ermäßigt zu besteuernden Abfindung an, während das Finanzamt die Aufstockungsbeträge als laufenden Arbeitslohn dem Regelsteuersatz unterwarf.

Zuschuss zum Transferkurzarbeitergeld ist kein laufender Arbeitslohn

Der hiergegen erhobenen Klage gab das Finanzgericht Münster Urteil vom 15.11.2017 (7 K 2635/16 E) statt. Der von der Transfer GmbH gezahlte Zuschuss zum Transferkurzarbeitergeld stelle keinen laufenden Arbeitslohn, sondern neben der Abfindungszahlung einen Teil einer begünstigt zu besteuernden Gesamtabfindung dar. Die Aufstockungsbeträge stünden in unmittelbarem Zusammenhang mit dem beendeten Arbeitsverhältnis, weil der Kläger von der Transfer GmbH nicht beschäftigt worden sei. Dementsprechend hätten die Zahlungen keine Gegenleistung für laufend erbrachte, sondern nur für die gegenüber der früheren Arbeitgeberin erbrachten Arbeitsleistungen des Klägers sein können.

Wegen grundsätzlicher Bedeutung der Streitfrage hat der Senat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen.

(FG Münster, PM vom 15.12.2017 / Viola C. Didier)


Weitere Meldungen


Interview

Benjamin Onnis / Lena Grebe


24.06.2026

Barrierefreiheit wird zur Unternehmenspflicht

Durch die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes wird Barrierefreiheit für Unternehmen künftig mehr sein als reine Compliance.

weiterlesen
Barrierefreiheit wird zur Unternehmenspflicht

Meldung

©weyo/fotolia.com


24.06.2026

Wenn Bareinzahlungen zu Betriebseinnahmen werden

Wer Geld aufs Betriebskonto einzahlt, sollte die Herkunft lückenlos dokumentieren und belegen können, urteilt das Finanzgericht Niedersachsen.

weiterlesen
Wenn Bareinzahlungen zu Betriebseinnahmen werden

Meldung

adiruch/123rf.com


24.06.2026

Konnektivität der Finanz- und der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die WPK fordert klare Prüfungsabgrenzungen und einen einheitlichen Prüfungsstandard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

weiterlesen
Konnektivität der Finanz- und der Nachhaltigkeitsberichterstattung
DER BETRIEB

Haben wir Ihr Interesse für DER BETRIEB geweckt?

Sichern Sie sich das DER BETRIEB Bundle 
Zeitschrift + Datenbank für Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht